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Spirituelle Psychologie

Die therapeutische Arbeit bedeutet für mich ganz einfach, Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst besser zu verstehen und mehr und mehr lieben zu lernen. Es bedeutet nicht, Menschen zu verändern, von einem angeblichen Zustand des Krank- oder Falschseins in einen Zustand des Gesund- oder Richtigseins ...

Ich gehe davon aus, dass alles genau richtig ist, so wie es ist, und Gesundheit zeichnet sich für mich dadurch aus, dass ein Mensch mit sich in Frieden ist. Der Unfriede, in dem wir leben, der sich in unseren Beziehungen, gesellschaftlich und familiär durch Streit und Gewalt äußert, hat seine Wurzeln in jedem Einzelnen von uns, und dies kann man natürlich als krank bezeichnen.

Ich gehe davon aus, dass alles richtig ist, wie es ist, in einem spirituellen Sinn, richtig und gewollt und sogar nötig ist, damit bestimmte Entwicklungs- und Entfaltungsschritte geschehen können.

Wir Menschen leiden unbestritten an der Welt und an uns selbst. Wir sind psychisch verletzt, haben mehr oder weniger gestörte Persönlichkeiten entwickelt, und sind in unserem Denken, Fühlen und Handeln beschränkt und behindert. Wenn wir dieser Tatsache ins Auge sehen, tut das natürlich weh und wir fühlen uns schwach und hilflos.

Unser unnötiges Leiden entsteht jedoch aus unserem inneren Unfrieden und Getrennt-Sein: Wir verstehen uns nicht und wir lieben uns nicht. Wir nehmen uns selbst nicht an, sondern lehnen uns ab, auch weil wir uns nicht verstehen. Wir leben abgespalten und getrennt von uns selbst, stehen uns selbst im Weg, sind mit uns selbst in Kampf und Streit und sind so, ganz natürlich, Mitgestalter einer Welt von Kampf und Streit.

Als Therapeut will ich nichts und niemanden verändern.

Ich verstehe einen solchen Veränderungswillen und eine Fixierung auf therapeutische Ziele als einen Ausdruck von Kampf und Ablehnung, als einen Ausdruck von Nicht-Liebe.

Jeder Mensch, der zu mir kommt, ist richtig.

Sein Problem und sein Leiden sehe ich nicht begründet in seinem angeblichen Falsch-Sein, sondern in seinem mangelnden Selbst-Verständnis und seiner mangelnden Selbst-Liebe.

Und hier bekommt er meine Unterstützung und Begleitung.

Unser Selbst-Verständnis fördern wir durch die Arbeit mit dem Modell der "Psychologie des inneren Kindes", welches wir auch grafisch darstellen. Hier werden unsere inneren Stimmen, die gewöhnlich wild durcheinanderreden, so benannt und differenziert, dass ein Erkennen der Funktion und Bedeutung unserer verschiedenen Persönlichkeitsaspekte möglich wird.

Wir verstehen, wo und warum ein Kampf in uns stattfindet, wie und warum wir uns von uns selber trennen und abspalten. Durch dieses Erkennen und Verstehen entwickelt sich, anstelle des Kampfes, die Möglichkeit eines inneren Dialogs, es entsteht eine Offenheit gegenüber bisher abgelehnten Bereichen.

Dieses bislang Abgetrennte nenne ich "Das innere Kind". Dies sind vor allem die Bereiche unseres Fühlens, und ich unterscheide hier zwischen dem bedürftigen und dem natürlichen inneren Kind.

Bedürftige Gefühle sind z.B. Unsicherheit, Schwäche, Hilflosigkeit, Schmerz, Trauer und Angst.

Als ursprüngliche Gefühle bezeichne ich Freude und Glückseligkeit, und das klare intuitive Fühlen von JA und NEIN. All diese Gefühle in ihrem Dasein und Ausdruck zu begrüßen, dem inneren Kind durch liebevolle Zuwendung Zeit und Raum zu schenken, ist ein weiterer Teil meiner Arbeit.

Durch begleitete tiefe Entspannung in einer Qualität des Nichts-Tuns & Alles-Erlaubens zeigen sich die entwicklungsbereiten inneren Anteile völlig mühelos.

Sie werden als innere Bilder, Gefühle, Gedanken oder Körperempfindungen wahrgenommen, angenommen und verstanden, und hierdurch wieder in die Persönlichkeit integriert.

Der innere Kampf findet sein Ende und es stellt sich Frieden ein.

Vandan Ulf Münkemüller, HP (Psych.), Bielefeld