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Der ganze Mensch im Mittelpunkt

Als Mensch ist uns keine Bedienungsanleitung fürs Leben mitgegeben worden. Zumindest nicht für jede Situation. So entstand eine Vielzahl von Methoden, die sich dem Versuch, Hilfestellung bei der Bewältigung der Lebensaufgaben zu leisten, aus verschiedenen Richtungen zugewandt haben ...

Beginnend mit Freud stand die Frage nach dem WARUM im Fokus der Aufmerksamkeit. Ziel war und ist, kognitiv allein durch Einsicht bestehende Zusammenhänge zu verstehen und dann ändern zu können. Behavioristen stellten fest, dass Einsicht allein manchmal nicht ausreicht, fokussierten auf das WAS und übten mit Menschen neue und erfolgsversprechende Verhaltensweisen ein. Doch die humanistische Psychologie stellte fest, dass die "unguten" Gefühle damit noch nicht behoben waren. Also fanden sie mit Fokus auf das WIE verschiedene Möglichkeiten, Emotionen zu berücksichtigen und auszuleben. Da jedoch mit Themen und Herausforderungen des Lebens auch Symptome im Körper = WO festgestellt wurden, entstanden körperorientierte Verfahren. Und weil wir Menschen nun einmal sinnsuchende Wesen sind (WOZU), kamen sinngebende und spirituelle Methoden hinzu. Um dem Menschen jedoch in seiner Vielschichtigkeit gerecht werden zu können, führten systemische und komplementäre Ansätze, in der Folge auch Neuentwicklungen wie NLP und ROMPC(R), zu einer potentiell ganzheitlicheren Sicht, bei der der ganze Mensch im Mittelpunkt steht. Dieses Modell hat keinen Anspruch darauf, "fertig" zu sein ... sondern ist offen für Weiterentwicklung und Ergänzung.

Bleibt die Frage: Wann kann Therapie gelingen? Glaubt man den neusten Ergebnissen der Hirnforschung, spricht viel dafür, dass ohne Beteiligung des limbischen Systems keine nachhaltige Änderung greift. Bezieht man dagegen die Emotionen mit ein, die im limbischen System "feststecken", geht es schon einmal "zur Sache". "An dieser Stelle möchte ich jedoch Klienten Mut zusprechen", sagt der anerkannte Lehrcoach und Heilpraktiker Psych. Nikolai Hotzan, "da es sich lohnt, gemäß dem Motto: Lieber einmal heftig als dauerhaft durch unterschwellig grummelnde Gefühle beeinträchtigt." Viele Spezialisten sollten ihren Anspruch aufgeben, allein heilen zu können. Oft ist es das Zusammenwirken verschiedener Methoden oder Therapeuten, die jeweils aus ihrer Richtung kommend komplementär für Heilung und Lösung sorgen können.

Jede gute Therapie initiiert Problemlösungsstrategien, die vorher nicht bewusst waren, sprich: geht generativ (Neues kreierend) vor. Die Grundannahme des NLP, dass jeder Mensch alle für Veränderung nötigen Ressourcen in sich hat, und der beziehungsorientierte Ansatz des ROMPC: "Wir sind durch Beziehung krank geworden, also werden wir auch durch Beziehung wieder gesund" (Th. Weil) ermöglichen es dann guten Therapeuten eine Basis zu schaffen, auf der Veränderung in Selbstverantwortung gelingt.

Nikolai Hotzan, anerkannter Lehrcoach, NLP-Coach, Mediator, Aufstellungsleiter, Bielefeld