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Loslassen

Loslassen ist in aller Munde. Loslassen wird gepriesen und gepredigt als der Schlüssel zum Glück, als die Lösung aller Probleme. Es gibt inzwischen ganze Bücher übers Loslassen und therapeutische Methoden, die sich nur mit dem Loslassen beschäftigen. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass Loslassen eine komplizierte Sache ist ...

Dabei ist Loslassen die einfachste Sache der Welt!

Und dennoch verweigern wir uns, aus unserer Angst heraus,
immer wieder dem Fluss des Lebens,
wehren uns gegen das Grundgesetz des Lebens, das besagt,
dass wir alles was wir empfangen auch wieder loslassen müssen!

Angefangen bei unserem Körper,
über alle materiellen Dinge bis hin zu Freundschaften und anderen sozialen Bindungen,
werden wir, im Laufe unseres Lebens, alles wieder loslassen was wir bekommen.

Nichts was eine Form hat werden wir behalten.

Nichts was eine Form hat kann uns halten!

Und dennoch halten wir uns aus Angst immer wieder fest,
wenn der Fluss des Lebens uns zum Loslassen auffordert.

Wir brauchen Halt im Leben und solange wir diesen Halt nicht in uns selber finden,
suchen wir ihn immer wieder im Außen.

Genau genommen halten wir nicht die Dinge oder Menschen fest,
sondern wir halten uns an den Dingen oder Menschen fest.

Wir haben eine unerträglich scheinende Angst vor dem Fallen, vor der Haltlosigkeit,
und klammern uns an alles und jeden, um diese Angst nicht zu spüren.

Wir haben vergessen, dass wir eins in Allem sind,
dass wir Kinder des Himmels und der Erde sind
und getragen und geborgen in der Unendlichkeit des göttlichen Ganzen.

Hier ist der Halt, den wir brauchen, hier ist die Geborgenheit, die wir suchen,
doch diesen Halt und diese Geborgenheit erleben wir nur durch Loslassen.

Wenn wir den Mut haben, alles zu fühlen und vollkommen loszulassen,
wenn wir bereit sind zu sterben,
uns fallen zu lassen in die Unendlichkeit von Zeit und Raum,
machen wir die Erfahrung,
gehalten und getragen zu sein wie ein kleines Kind!

Vandan Ulf Münkemüller, HP (Psych.), Bielefeld