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Guck mal Mami

Das kennen wir alle,
wenn kleine Kinder
nach Mami und Papi rufen,
um ihnen zu zeigen,
was sie Tolles können
oder grade neu entdeckt haben ...

... wenn Mami dann guckt
und dem Kind seine Aufmerksamkeit schenkt,
vielleicht sogar liebevoll
ein paar anerkennende Worte spricht,
fühlt sich das Kind gesehen und gehört,
angenommen, geliebt und genährt ...

Und jedes Kind braucht diese Liebe,
um sich wohl zu fühlen,
sich geborgen und sicher zu fühlen ...

... es braucht die Energie dieser Liebe,
um sich entwickeln und entfalten zu können ...

Wenn aber Eltern keine Zeit,
keine Lust oder keine Fähigkeit haben,
sich ihrem Kind liebevoll zu widmen
und zuzuwenden,
bedeutet dies für das Kind
eine tief gehende psychische Verletzung ...

... und mehr oder weniger
haben wir alle diese Verletzungen erlebt
und tragen diese unerfüllten Bedürfnisse
nach Gesehen- und Gehörtwerden
noch immer in uns ...

Unsere mitunter verzweifelten Versuche
von unseren Partnern und Kindern,
von Kollegen und Chefs,
von Nachbarn oder der Bedienung im Café
wahrgenommen, ernstgenommen ...

... gesehen und gehört zu werden
sollen diese tiefe Leere füllen
und diese tiefe Wunde heilen ...

... auch unsere Präsenz in Social Media
unserere Postings über unser Essen,
unser Aussehen und andere Alltäglichkeiten
sollen im Grunde nichts Anderes erreichen,
als das nachträgliche Stillen
dieses unerfüllten Liebesbedürfnisses ...

... und das kann sogar klappen ...!
Psychologische Forschung hat ergeben,
dass jedes "like" bei Facebook
eine positiv, nährende Wirkung hat,
ähnlich wie eine Berührung
oder ein freundliches Wort ...

... und dennoch ist alle Zuwendung
und Wertschätzung von außen
nicht in der Lage, diesen tiefen Mangel
in uns zu beseitigen...

... für eine echte und nachhaltige Heilung
ist nur unsere eigene Sicht auf uns selber
entscheidend ...

Wenn wir selber lernen,
uns selber zu lieben,
uns zu sehen, zu hören und zu spüren,
wenn unsere inneren Eltern
sich unseren inneren Kindern liebevoll widmen,
dann erfüllt sich, was leer war,
und dann heilt, was verletzt war  ...

All die wunderbare Zuwendung von außen
können wir dann sozusagen
als Zugabe genießen,
wie die Sahne auf dem Kuchen ...

Vandan Ulf Münkemüller, HP (Psych.), Bielefeld