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Glücklich traurig sein

Um unser Leben
in Balance zu leben,
brauchen wir Zeiten
des Trauerns ...

Zeiten, in denen wir nichts tun,
außer unseren Schmerz
und unsere Trauer zu fühlen
und unseren Tränen
freien Lauf zu lassen.

In Liebe zu trauern, 
lässt uns friedlich und ruhig werden,
es lässt unsere Wurzeln wachsen
und schenkt uns Lebendigkeit und Stabilität.

Und wir alle haben Grund zum Trauern,
denn jeder von uns ist allein.

Wir können versuchen,
uns darüber hinwegzutrösten,
können es uns hübsch einrichten
in unserem Leben. Wir können heiraten
und Kinder kriegen, Karriere machen
und einen Haufen Geld verdienen,
wir können Häuser bauen und Bäume pflanzen,
aber all diese Dinge sind nicht geeignet,
uns nachhaltig zu trösten.

Wenn wir erlauben können, loszulassen
und dem Schmerz des Alleinseins zu begegnen,
die Trauer zu fühlen und die Tränen zu weinen,
geschieht tiefste Entspannung,
Erfüllung und Geborgenheit.

Spaß und Freude führt uns
nach oben, hinaus in die Welt.
Trauer und Schmerz führen nach innen
und zum Zentrum unseres Seins.

Wir Menschen und unsere Seelen
haben das Streben, beides zu erleben,
die Höhen und die Tiefen.

Wenn wir nun versuchen,
eine Hälfte auszuschließen,
wenn wir versuchen,
immer stark und fröhlich zu sein,
verlieren wir den Boden unter den Füßen
und werden instabil und unglücklich.

Wenn wir aber
die Bedeutung des Trauerns
verstehen können und uns,
vielleicht sogar freiwillig
und ohne äußeren Anlass,
Zeiten des Trauerns und des
Nach-Innen-Fallens lassen können,
bleiben wir stabil und in Balance
und machen uns selber glücklich.

Vandan Ulf Münkemüller, HP (Psych.), Bielefeld