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Die bewusste Entscheidung zu wachsen ...

Biologisch gesehen ist der Mensch im Alter zwischen 18 und 21 Jahren ausgewachsen, erwachsen. Je älter wir werden, desto mehr beschleicht uns das (berechtigte) Gefühl, dass unser Körper Rückschritte macht, und wir versuchen, mit allen möglichen Tricks das Altern herauszuzögern ...

Doch während die Physis relativ früh Verschleisserscheinungen unterworfen ist – und gerade deshalb unsere Aufmerksamkeit und Pflege benötigt –, können Denkvermögen und Bewusstsein ein Leben lang weiterentwickelt werden, wenn es die Gesundheit zulässt. Und wenn wir uns dazu entscheiden, denn mit zunehmder Lebensdauer wird man/frau nicht zwangsläufig weise ...

Ausbildungen, Fortbildungen, Seminare, Workshops, Trainings bieten gute Möglichkeiten, den (geistigen) Horizont zusammen mit anderen und mithilfe erfahrener Lehrer, Therapeutinnen oder Coaches zu erweitern. Längst steht dabei nicht nur der Erwerb beruflicher Qualifikationen im Vordergrund. Spirituelle Sucher möchten mehr über sich selbst erfahren. Häufig sind es existenzielle (Sinn-)Krisen, die uns dazu auffordern, in uns hineinzusehen und über uns "hinauszuwachsen". Oft ist es das drängende Verlangen, den eigenen Platz in der komplexer werdenden Welt besser zu verstehen.

Dem genialen Denker Ken Wilber verdanken wir die Integrale Theorie. Diese stellt mit der "AQAL-Landkarte" eine hervorragende Orientierungshilfe bereit, anhand derer wir im umfangreichen und vielschichtigen spirituellen und therapeutischen Angebot den Überblick behalten – und passend zu unseren aktuellen "Befindlichkeiten", Interessen, Problemen und schwierigen Lebensphasen die richtige Wahl treffen.

Kernpunkt des integralen Ansatzes ist die Evolution des Bewusstseins (und deren Unterscheidung von und Beziehung zu Bewusstseinzuständen) – und die gute Nachricht, dass es möglich ist, die persönliche Bewusstseinsentwicklung willentlich mitzugestalten und zu beflügeln.

Die integrale Sichtweise ist ganzheitlich und umfassend. So können wir unseren derzeitigen "Standort" sowie Defizite und Stärken bestimmen, zwischen verschiedenen Sichtweisen wählen und einen Ausblick in die Zukunft wagen. Integrale Lebenspraxis hilft uns, unser Potenzial besser zu nutzen und auszubauen – Verstand (Perspektiven einnehmen ...), GEIST (Gott/Bewusstheit/Urgrund ...), Schatten (abgespaltene Aspekte der Psyche) und der Körper (grobstofflich/subtil/kausal) bilden die "Grundpfeiler" für "ausgewogene" bewusste Entfaltung. Der Körper (bzw. die drei Körper/s.o.) wird hier über den normalen Alterungsprozess hinaus als entwicklungsfähig betrachtet.

Eine integrale Einordnung hält uns also vor Augen, welche Aus- oder Fortbildung, welche Seminare, Workshops und Trainings möglichst vielseitige Entwicklungsreize setzen oder punktgenau für heilende Impulse sorgen.

Manchmal wissen wir intuitiv, was uns guttut und folgen einem kreativen, ganz individuellen Antrieb, unseren Neigungen und Fähigkeiten, der Lust, uns für Neues zu öffnen. Oder wir finden nach mehr oder weniger Versuchen den Lehrer, die Therapeutin, den Coach, die Gruppe, die/der im Moment genau richtig für uns ist. Vielleicht auch über den Moment hinaus, weil sie/er uns liebevoll dabei unterstützt, umfassend zu wachsen ...

tg