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Auch Wunden haben einen Sinn

Immer wenn ich traurig werde, tut es so gut, einfach nur bei mir zu sein. Dann zeigt sich der Teil in mir, der verletzt und bedürftig ist, und das bedürftige Kind in mir bekommt meine ganze Aufmerksamkeit und Zuwendung ...

Ich lasse mir Zeit um zu fühlen was ich fühle und sage mir vielleicht noch selbst, dass ich da bin, dass ich mich liebe, dass alles gut ist.

Jeder Mensch erfährt in seiner Kindheit,
durch Vernachlässigung oder Misshandlung, einen Mangel an Liebe.

Da die hierdurch ausgelösten Gefühle,
die Angst, der Schmerz und die Hilflosigkeit im Kindesalter lebensbedrohlich sind,
werden sie, um das Überleben zu sichern,
traumatisch ins Unterbewusstsein verschoben und dort sozusagen zwischengelagert.

Die Art, die Tiefe und der Bereich der Verletzungen
sind abhängig vom Alter und Entwicklungsziel der Seele,
denn die menschliche Seele nimmt sich für jedes Erdenleben
bestimmte Erfahrungs- und Entwicklungsschritte vor.

Eine junge Seele findet Ihre Erfüllung im Erfahren materieller Gegebenheiten,
sie durchlebt und durchleidet all das was in einem Körper erlebt werden kann.
Wärme und Kälte, Hunger und Sattheit, Geborgenheit und Verlassensein,
Gewinn und Verlust, Geburt und Tod.
Sie durchdringt im Laufe ihrer vielen Leben alle für sie möglichen Erfahrungsräume,
sie will alles kennen lernen, alles erfahren
und dieses Entdecken des Materiellen ist für sie vollkommen erfüllend.

Eine ältere Seele kennt nun schon fast alles.
Sie will dem Materiellen etwas Spirituelles hinzufügen.
Sie will lernen zu lieben, sie will ihre eigene spirituelle Kraft mehr und mehr entfalten.
Nur so findet sie noch ihren Sinn im Leben, nur so findet sie Befriedigung und Erfüllung.

Hierzu braucht sie ihre frühkindlichen Verletzungen.
Sie dienen ihr als Wegweiser zu den inneren Räumen,
die noch gelebt und geliebt werden wollen.
Sie ermöglichen ihr zu erfahren, dass sie in der Lage ist
sich selbst durch ihre eigene Liebesfähigkeit zu heilen und zu vervollkommnen.

In unserer Essenz, unserem Innersten, unserer Seele sind wir Teile des Göttlichen.
Wir sind eins mit allem was ist und in diesem Eins-Sein sind wir geborgen.

Wenn es uns möglich wird, unsere Schwächen und Verletzungen
aus diesem Eins-Sein heraus zu betrachten, geschieht Heilung.

Dann fließt die Liebe aus unserem göttlichen Selbst
in die bedürftigen und verletzten Bereiche unserer Psyche und alles ist gut.

Vandan Ulf Münkemüller, HP (Psych.), Bielefeld