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Was bleibt und was wird

"Turn and face the strange – ch-ch-changes" sang David Bowie Anfang der 70er-Jahre auf seinem Album "Hunky Dory". Veränderung kann aufregend sein! Und macht uns häufig Angst ...

Evolution ist wichtig und geschieht, ohne uns zu fragen. Doch wir möchten gern das bewahren und verteidigen, was wir erreicht haben, vor allem, wenn wir damit zufrieden sind. Das ist prinzipiell nicht falsch, denn eine neu erreichte Stufe des Fortschritts, der kulturellen und sozialen Errungenschaften, der Gesundheit und des Bewusstseins wollen gelebt und verstanden werden, müssen sich tief in uns einprägen, bevor wir innerlich gefestigt darüber hinauswachsen können.

Dennoch bringt jede neue Entwicklungsstufe auch Nachteile mit sich, die – wie wir z.B. an der industriellen Ausbeutung der Natur sehen – überdacht und reformiert werden müssen. Es gilt also, gesunde und ungesunde Verhaltensweisen voneinander zu unterscheiden. Wir erkennen, wir lernen, und neue Horizonte tun sich auf. Das bedeutet mitunter eine Menge innerer und äußerer Arbeit. Zu viel Bequemlichkeit lässt uns (geistig, seelisch und körperlich) träge werden.

Das Neue kann erfrischen, überraschen, nebulös und verwirrend sein. Es braucht Courage und Offenheit, um trotzdem weiterzugehen.
Spirituelle Menschen sind besonders daran interessiert, mehr über sich selbst herauszufinden. Das Zauberwort heißt Selbstverwirklichung. Dabei geht es u.a. darum, die vorhandenen Talente "freizulegen", durch Selbsterfahrung und Meditation zum göttlichen Kern vorzustoßen, zu dem was zeitlos und ewig währt – ist, dort "angekommen", also Stillstand vorprogrammiert?

Nein, wir sollten aber gleichzeitig die Entwicklung in der dualen Welt wahrnehmen, wertschätzen und bewusst fördern: Gott will sich durch uns in der Form erkennen und aktiv entfalten. Hin zu mehr Liebe, Freude, Freiheit, Verantwortung, Verständnis, Komplexität und Ganzheit. Oder, wie Ken Wilber es beschreibt: "Sie haben die Fähigkeit, in Ihrem eigenen Wachstum und in Ihrer Entwicklung das Selbst, die Kultur und Natur zu immer höheren, umfassenderen und tieferen Seinsformen zu entwickeln."

Mit unserer Einzigartigkeit tragen wir zum großen Ganzen bei. Das sollte uns Mut machen. Dieser spürbare evolutionäre Impuls, bei dem wir konträren Spannungen ausgesetzt sind und der uns voller Neugier und Schaffenskraft antreibt, uns Schritt für Schritt voranzuwagen, lässt uns willentlich kreative Lösungen suchen, die (auch) über persönliche Interessen hinausgehen. Alles ist miteinander verbunden, ist im Fluss, ist ein ständiger Lernprozess.

"Strange fascination, fascinating me ..." Lassen wir uns vom Zauber der Veränderung begeistern. Und schalten wir gleichzeitig unseren gesunden Menschenverstand ein. Wie es der Singer-Songwriter Calvin Russell einmal mit einem Schmunzeln ausgedrückt hat: "Let things happen while making sure some things don’t."

tg