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Was genau ist Meditation?

Es ist hilfreich zwischen Meditation im engeren und im weiteren Sinne zu unterscheiden. Alle Arten von Entspannungs-, Visualisierungsübungen und Traumreisen sind Meditationen im weiteren Sinne. Beispiele hierfür sind Autogenes Training, innere Reisen und geführte Meditationen. Ich beziehe mich hier auf Meditation im engeren Sinne ...

Warum Meditation oft nicht gelingt ... In der Meditation halte ich meine Aufmerksamkeit bei einer bestimmten Sache und beobachte still. Diese Sache kann etwas sein, das ich mit offenen Augen betrachte oder etwas, das ich als Übung vor meinem geistigen Auge habe.

Mehr passiert während der Meditation nicht – gerade das ist die große Herausforderung!

Unser Geist ist es nicht gewohnt, ohne Beschäftigung zu sein und so drängen nun dauernd Gedanken in mein Bewusstsein und lenken mich von der Meditation ab.

Wenn ich versuche, diese Gedanken durch Willenskraft auszublenden und zu ignorieren, ist die Meditation per se vorbei und gescheitert. Leider wird genau das immer noch oft unterrichtet – der Einsatz von Willenskraft und Konzentration gegen die Gedankenflut. Deswegen empfinden die meisten Menschen die Meditation so ungeheuer anstrengend und sind frustriert, weil sie eine unmögliche Aufgabe nicht bewältigen können: Wie soll ich still und absichtslos beobachten, während ich gleichzeitig hochkonzentriert meine Willenskraft aufrechtzuerhalten versuche?

Das geht doch gar nicht! Stimmt genau, das geht gar nicht.

Denn sobald ich meine Willenskraft einsetze, ist die Absichtslosigkeit nicht mehr erfüllt.

Konstruktiver Umgang mit der Gedankenflut

Wann immer ein Gedanke auftaucht, schenke ich ihm für einen Moment volle Aufmerksamkeit, bedanke mich und verabschiede ihn dann gleich. Nach dem Verabschieden kehre ich umgehend zur Übung zurück. Zu Anfang kann es ein, dass ich ausschließlich Gedanken betrachte und verabschiede, aber die Momente dazwischen werden still sein und sich immer weiter ausdehnen und genau das ist Meditation.

Es braucht Übung, um zwischen den Gedanken die vollkommenen Stille im Geist zu erreichen und immer mehr auszudehnen, weswegen tägliche Meditation empfehlenswert ist. Die Gedanken und Bilder, die uns während der Meditation heimsuchen, kommen aus unserem Unterbewusstsein und werden jede Chance ergreifen, Raum zu finden, um unser Bewusstsein zu erreichen. Es ist wie Psychohygiene, wenn ich sie, wie oben beschrieben, weg sortiere, indem ich sie bewusst betrachte und verabschiede. Einmal verarbeitet, haben sie keinen Grund, immer wieder zu kehren (auch nicht im Alltag) und so bekomme ich meinen Geist immer ruhiger und erlebe das größte Geschenk der Meditation: Nämlich die Stille im Alltag und das Vermögen, die Welt so wahrzunehmen, wie sie wirklich ist.

Maria Jeanne Dompierre, Dipl. Sozialpädagogin, Reiki-Großmeisterin, Aerzen