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Meditation und Vergnügen

Meine Geschichte damit ist lang und vielfältig. Lange Zeit saß ich auf einem Kissen, die Finger formten eine Art Mudrah. Meine Knie taten weh. Und immer dachte ich: Verdammt, ich denke schon wieder was ...

Ich blickte in Kerzenflammen, richtete meine Achtsamkeit zum 3. Auge. Ich bekam ein Mantra, das ich mit jedem Atemzug hin und her murmelte, machte yogische Körperübungen und hechelte mich durch kathartische Atemsitzungen. Über viele Wochen ging ich tapfer (ich = Morgenmuffel mit Kreislaufproblemen) in der Frühe zum "dynamischen" Meditieren. Mit röchelnden Stimmbändern putzte ich meine Chakren durch. Oder kehrte bei lauter klassischer Musik immer zur tiefen Bauchatmung zurück. Ich habe absolut interessante Erfahrungen gemacht: Augenrollübungen, Anschreimeditationen, Baumumarmen, Gelächter im Kreis, Singen und Summen! Zu Trommeln tanzen bis man umfällt. Innenreisen mit Zwitschermusik.

Ich wählte am Ende die Methode, die mir am meisten Spaß machte. (Es ist keine von den anstrengenden. Ich bin eher der Genussmensch).

Ich möchte wirklich vor allem, dass mir das, was ich da täglich tue, Vergnügen bereitet! Und zwar schon während ich es mache – und nicht erst irgendwann, wenn ich es dann erst „besser“ kann! Wenn es mir Spaß macht, dann freue ich mich schon darauf! Und dann tue ich es auch. Und das ist es, worauf es ankommt!

Ja – meistens müssen wir einiges ausprobieren, bis wir das gefunden haben, was uns schmeckt. Denn meditieren ist etwas sehr persönliches. Die Art und Weise, wie man GERN hineinkommt in diesen exquisiten Zustand von Meditation, der ja nichts anderes ist, als unsere wahre Natur, der "homeplace", kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.

Antje Uffmann, HP (Psych.), Bielefeld