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Meditation – Bewegung und Stille

Wer einmal mit Selbsterforschung und bewusster Persönlichkeitsentwicklung begonnen hat, wird spirituellen Fragen nach der Sinnhaftigkeit des Daseins begegnen. Nicht selten finden Menschen zur Meditation, wenn sie Schicksalsschläge erlitten haben, Krankheit und Tod begegnet sind, einen geliebten Menschen verloren haben ...

Hierzu zählt auch das Loslassen von Lebensentwürfen, Visionen, Träumen, Plänen, alles, was sich nicht verwirklichen ließ und uns am Ende mit leeren Händen dastehen lässt. Doch sind unserer Hände leer? Ist der Sinn des Daseins vergebens? Genau an dieser oder einer ähnlich gearteten Stelle in der Lebensbiographie gelingt im vermeintlichen Verlust all dessen, was lieb und kostbar war, die Rückverbindung zum Göttlichen. In diesem inneren vielgestaltigen Prozess entdecken wir uns als spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen. Dies kann mit der Praxis der Meditation, dem SEIN in der Gegenwärtigkeit des Augenblicks, erfahrbar werden.

Im Wesentlichen kann Meditation als die Kunst des "Sich Bewusst-Seins" bezeichnet werden. Sich bewusst zu sein, was vor sich geht, innen wie außen. Im Hier und Jetzt. In der Bewegung genauso wie in der Stille. Im dichtesten Alltagstrubel genauso wie an einem spirituellen Kraftort in der Natur. Im Schmerz genauso wie in der Ekstase. In jeder beliebigen Situation. Das ganze Leben kann zu einer einzigen Meditation werden, indem wir bewusst leben. Jeden einzelnen Augenblick.

Meditation ist nicht spektakulär, sie genügt sich selbst. Es "passiert nichts" außer dem reinen Gewahrsein, auf Englisch ein sehr schöner Begriff: "pure awareness". Es ist ein Zustand jenseits des Denkens. Dieses „Nichts“ ist das, womit der Verstand nichts anfangen kann, weil es nicht interessant ist. Der Verstand möchte analysieren, einordnen, sortieren, sicher sein, dass das, womit er sich da gerade beschäftigt, in eine vertraute Schublade passt. Meditation geschieht erst, wenn das Denken aufgehört hat und nur noch Stille da ist.

Wie passt all dies nun zusammen mit Bewegung? Sich durch bewusstes Atmen und Praktizieren spezieller Bewegungen von energetischen Schlacken im Körpersystem zu befreien, kann auf einer tiefen essentiellen Ebene zur Bereitschaft des Sich-Einlassens führen und damit zu transformativen Erfahrungen. Das Entscheidende dabei ist, es darf leicht sein und Freude bereiten, durch die lösenden Körpererfahrungen die Stille des inneren heiligen Raums in uns wieder wahrzunehmen.

Wir sind, inmitten globaler Sinnkrisen, geborgen im Göttlichen, im ALLES-WAS-IST. Und dürfen feststellen, dass das Wesentliche in uns selbst beheimatet ist, dass wir dieses Wesentliche sind und in unserer Essenz niemals aufhören zu existieren. Indem wir in der Meditation unsere Mitte spüren und geborgen sind in der kosmischen Liebe, sind wir verbunden.

Gundula Adler