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Into the wild

Die Massage des Tantrayoga ist eine Einladung an den Körper. Wer lädt ein? Das intuitive Wissen zweier Hände. Das in der Meditation offene Herz. Ein ruhiger, weiter Geist, der nirgendwo hin will. Und wozu lädt sie ein ...?

Zur Erfahrung von absichtsloser Berührung! Zu Entspannung und Hingabe, Räumlichkeit und Weite, einer Erfahrung von Ganzheit und zugleich Präsenz.

Beim Yoga der Berührung, wie es im Tantrismus genannt wird, ist sowohl Meditation als auch Massage Teil der Übungspraxis.

Absichtslos ist ungewohnt.

Wir sind eigentlich ein Leben lang daran gewöhnt, absichtsvoll berührt zu werden. Als Baby beim Wickeln und Saubermachen. Beim Arzt. Massagen bekommen wir, um Verspannungen zu lösen.

Sogar, wenn wir uns selbst berühren, geschieht es absichtsvoll. Waschen, abtrocknen, eincremen. Auch Berührungen beim Liebemachen haben zumeist eine Absicht – sie sollen stimulieren. Da gibt es die Absicht von A, dem Start, nach B, dem Ziel, zu kommen.

Absichtslose Berührung ist das Gegenteil dieser Strecke. Statt einem Ziel zuzustreben, gleicht sie einem Ausflug ins Blaue.

Nicht zu wissen, wohin es führt, ermöglicht das Verweilen. Kein Weg, keine Technik, nur Räume von Achtsamkeit, Atem, geschlossenen Augen. Von Moment zu Moment. Immer wieder neu. Immer anders.

In vielen ostasiatischen Kulturen werden die Babys täglich massiert. Es heißt, dass jeder Mensch zweimal geboren wird – die zweite Geburt erfolgt durch Massage. Und so ähnlich fühlt sich das an. Nachher.

Wie neu geboren.

Eine tiefgehende Erfahrung, die Vieles bewirken kann, gerade weil sie nichts bewirken will.

Sie schafft Raum für das Leben.

Wir alle haben eine tiefe Sehnsucht nach absichtsloser Berührung!

In Seminaren und Trainings gibt es die Möglichkeit, dieses wunderbare Yoga der Berührung zu praktizieren. Denn unsere emotionalen und geistigen Muster und Prägungen sind am besten durch tiefgehende körperliche Erfahrungen veränderbar.

Und hinter den Mustern wartet ...?
Das Leben.
Das Wilde.
Die Weite.
Die Wahrheit eines jeden Augenblicks.

Antje Uffmann, HP (Psych.), Bielefeld