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Lass mal, das ist gerade so spannend

Entspannung im 21. Jahrhundert scheint vollkommen konträr zu sein. Da schaut man sich Actionfilme oder Krimis an oder hat gerade einen guten Lauf auf der Playstation – wieder mal Gegner aus dem Weg geräumt – und das hält man wahrhaftig für Entspannung. Weit gefehlt ...

Täglich besuchen mich Menschen, die sich bereits für krank halten und sich teilweise selbst die Diagnose „Burnout“ gegeben haben, und wenn ich sie dann frage, wie ihr Tag oder die Woche denn so aussieht, wird mir innerhalb einiger Sekunden ein Tagesablauf geschildert, den so mancher nicht in einer ganzen Woche bewältigt. Wenn ich dann frage "und wie sieht Ihr Feierabend aus?", dann kommt wieder ein Fulltime-Programm: von Montag bis Freitag immer abends und am Wochenende auch schon mal, "na ja, samstags und sonntags spiele ich gern Tennis (oder etwas anderes). Das powert mich so schön aus, als Ausgleich zur wöchentlichen Arbeit".

Tja, dazu kann man an sich nicht mehr viel sagen. Wenn gegen den Stress Wettkampf als Ausgleich genommen wird, wie soll die während der Woche geschundene Seele dann je zur Ruhe kommen?
Medizinisch erklärt sich das ganz sachlich: Arbeitsstress produziert tagtäglich jede Menge Adrenalin, Wettkampfsituationen auch. Wohin mit dem ganzen Adrenalin? Was zu viel ist, baut die Leber ab. Die hat aber auch mit Verdauung und dem ein oder anderen Bier oder Wein gut zu tun und irgendwann ist dann Schluss und der Organismus bricht in sich zusammen, weil die Leber – unser wichtigstes Verdauungs- und Entgiftungsorgan – einfach vollkommen überlastet ist.

Sicherlich, Sport ist gut gegen Stress. Aber damit gemeint ist eher der stressabbauende Sport. Dazu gehört z.B. moderates Laufen, Walken, Gehen, Rad fahren, vielleicht auch Kraftsport ..., wenn man es für sich allein, in Ruhe, möglichst ohne zu reden tut, um wieder in seine eigene Mitte zu kommen.

Bewegung mit Schweigen ist eine hervorragende ganzheitliche Entspannung. Irgendwann ist man wie im Zen nur noch das Laufen, Gehen usw. – man denkt quasi nichts mehr. Man ist eins mit sich in der Bewegung.

Sagen Sie einmal langsam das Wort "loooooooooslaaaaaaaassen". Merken Sie, das spricht man immer während des Ausatmens. Atem ist unsere Reinigung nach außen. Weil Bewegung den Atem verstärkt, ist es so ein phantastisches Mittel der Reinigung. Wenn Sie Ihren Körper vollends entspannen und dabei alles Überflüssige loslassen wollen, kann ich Ihnen eine geführte Fastenwoche ans Herz legen. Dabei entledigen Sie sich des über die Zeit angesammelten Ballastes und nach ein paar Tagen merken Sie, wie klar Ihr Kopf wieder wird – Entspannung durch Loslassen ...

Kristina König, HP, Bielefeld