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Liebe – was ist das? Was für eine Frage!

Da sind wir doch in vielerlei Hinsicht gebildet, erfahren und bereisen die Welt! In der Schule gab es Informationen über Algebra, Photosynthese und über unregelmäßige Verben. Okay, das ist lange her und Details sind längst vergessen. Was aber bleibt, ist die Erfahrung, dass alles Wissenswerte dieser Welt auf jeden Fall außerhalb von mir zu finden ist ...

Wie wäre es wohl, wenn die Frage nach der Liebe von der 1. Klasse an mit 3 Unterrichtsstunden pro Woche auf dem Lehrplan stünde? Ja, es kann Spaß machen, sich das auszumalen! Auch da ist Lehrstoff, der von außen kommt: Philosophie. Verschiedene Religionen. Biologie. Ethik. Lyrik.

Und dann?

Man würde nicht herumkommen um die Frage: Wie erlebe ICH denn Liebe? Dann wäre das Wissenswerte innen. Wir müssten darüber reden, wie es sich anfühlt, wenn keine Liebe da ist. Welche inneren Erfahrungen wir machen durch Liebe und welche Mechanismen wir entwickeln, um uns vor dem Verlust von Liebe zu schützen. Wir würden üben, wie wir uns öffnen, uns zeigen, wie wir verzeihen. Und … eines der Merkmale von Liebe – und Grundsäule jeglichen inneren Wachstums – ist es, nicht zu bewerten!!!

Vor gar nicht langer Zeit war hierzulande die schulische Grundausbildung für die meisten Menschen nicht vorgesehen – wozu soll das Kind denn Lesen lernen, es reicht doch, wenn es mit den Arbeiten in Haus und Hof vertraut ist?

Und jetzt? Was könnte geschehen, wenn wir vom Kindergarten an lieben lernten? Uns selbst verstehen – entdecken und erfahren, wie unsere Innenwelt aussieht, die Psyche, das Herz und das Miteinander?

Ja, ich weiß. Es ist wohl der nächste Evolutionsschritt.

Und bis es soweit ist, werden wir eben "Privatstunden" nehmen. Zum Beispiel Ganzheitliche Psychotherapie.

Aufgabe: Erstellen Sie einen Lehrplan für dieses Fach für alle Altersstufen. Es sollte sowohl Theorie als auch Praxis unterrichtet werden. Und vielleicht wird bei dieser Arbeit klarer, was das nun eigentlich ist – Liebe.

Antje Uffmann, HP (Psych.), Bielefeld