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Craniosacrale Osteopathie und Biodynamik

Die Ursprünge der Osteopathie liegen im Amerika des 19. Jhdt. Es gibt viele Möglichkeiten, Osteopathie zu lernen, aber alle Schulen unterrichten in ähnlichen Strukturen. Die craniosacrale Osteopathie (CSO) geht auf Sutherland zurück ...

Sutherland erkannte, dass Schädelknochen sich zu einander wie ein Zahnradsystem bewegen können müssen, um ein Funktionieren des Gehirns und des Körpers zu gewährleisten. Upledger brachte dann die craniosacrale Osteopathie als eigenständiges Behandlungskonzept nach Europa.

Unser Körper ist anatomisch wie ein hochkomplexes Zahnradsystem aufgebaut, um unser Funktionieren in Bewegung zu gewährleisten. Dabei ist das gesamte Räderwerk (sämtliche Organe, Knochen, Muskeln, Zwischengewebe) komplett in Flüssigkeit (Blut, Hirnwasser, Lymphe, Zellwasser) eingebettet. Die Flüssigkeiten sind ständig in rhythmischer Bewegung, ausgehend von den Bewegungen des Hirnwassers. Damit die Flüssigkeiten und die Funktionen des Organismus vollkommen ungehindert arbeiten können, müssen alle Zahnräder perfekt ineinandergreifen.

In der Osteopathie und insbesondere der craniosacralen Osteopathie spüren Therapeuten Ursachen von Flüssigkeitsblockaden, Spannungshindernisse oder andere Probleme auf und helfen dem Körper mittels indirekter Techniken oder manueller Impulse, die Zahnräder wieder richtig auf- bzw. aneinanderzusetzen. Dafür sind sehr genaue Kenntnisse der Anatomie des Knochensystems, aber auch der inneren Organe und Nerven in von einander abhängiger Bewegung wichtig. Die craniosacrale Osteopathie befreit mechanische Blockaden, sprich die Zahnräder von Rost und Staub, und bringt durch sanfteste manipulative Impulse die Zahnräder wieder so zusammen, dass die "Maschinerie" wieder laufen kann. Die Biodynamik ist die Entfaltung und Umsetzung des inneren Archtiketurplans, den jeder Organismus bei der Zeugung erhält. Das bedeutet, in uns allen gibt es ein Soll-Bild, wie wir sind, wenn wir "gesund" sind. Diesen Plan des Seins, versucht der Organismus zu verwirklichen. Jeder Organismus weiß also, wie er im optimalen Fall sein müsste. Die biodynamische craniosacrale Osteopathie spürt mit dem Patienten diesen Plan auf und hilft bei der Entfaltung und Verwirklichung. Er wird zum "Körper-Seele-Geist"-Therapeuten, schafft den Rahmen der kompetenten Werkstatt, wird zum passiven und stillen Zuhörer und Zeugen, während der Patient die ihm bereitgestellten Ressourcen nutzt und sich im therapeutischen Rahmen möglichst selbst heilt. Manchmal findet nur ein Knie seinen Platz wieder, manchmal geht es tiefenpsychologisch um traumatische Erlebnisse, bis hin zur Geburt.

"Arzt, erkenne Dich selbst" (Paracelsus) ... In einer Ausbildung lernen die Teilnehmer zuerst, die eigene Anatomie und Physiologie verstehen, entdecken eigene Fähigkeiten der Selbstheilung und diesen zu vertrauen, damit sie den Fähigkeiten des Patienten, sich selbst im eigenen Tempo und Prozess zu heilen, vertrauen können.

"Den Menschen behandeln, bedeutet ihn be-greifen". Die/der Behandelnde lernt mittels leichtesten indirekten Impulsen, die Korrektur der Symmetrie und Bewegungsfreiheit im Patienten anzuregen. Gleichzeitig wird auch die nötige phänomenologische Haltung und das körperliche und emotional-seelische Einfühlungsvermögen für die lösungsorientierten Prozesse vermittelt.

Alea Evers-Steinthal, Heilpraktikerin und Dozentin für craniosacrale Osteopathie, Bad Salzuflen