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Der Körper ist der Tempel der Seele ...

... höre ich oft, und es klingt schon fast ein wenig abgedroschen. Aber was für einen Tempel biete ich meiner Seele eigentlich an? Wie ist er gebaut und ausgestattet? Ein Quader aus dickem, solidem Stein, mit einem Eingang und einem kleinen Fenster zur ausreichenden Belüftung sollte zunächst einmal genügen ... vielleicht liegt ja ein Teppich drin, wegen der kalten Füße ...

Welche Möglichkeiten der Entfaltung biete ich meiner Seele in solch einer Wohnstatt?

Tempel sind sakrale Stätten, in denen Gottes-/Göttinnendienste gefeiert, geheilt, gesungen, getanzt, musiziert, Rituale zelebriert, gelehrt und gelernt wird.

Ich überdenke meinen praktisch gebauten Quader noch einmal – ich hätte gerne auch zwei kleine Türmchen und einen schönen Erker. Einen Raum, der gemütlich ausgestattet ist mit vielen Stoffen und dicken Teppichen. Der Raum, in dem ich lerne und unterrichte, soll von Licht durchflutet sein, in einem anderen Zimmer sind ...

Ich weiß nun genau, wie mein Tempel aussehen soll, in dem meine Seele sich geborgen fühlt, ihre Bedürfnisse erfüllen und die pure Lust am Leben feiern kann.

Um Freude am und im Körper zu spüren, muss ich meine Umwelt mit allen mir zur Verfügung stehenden Sinnen erfassen können – es ist Sinnlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes. Aber wie entwickle ich Sinnlichkeit, frage ich mich, nackt vor dem Spiegel stehend, während mein Blick prüfend über die linke Schulter wandert, um die Rundungen meines Hinterns nach Umfang und Orangenhaut abzuscannen. Was mein kritisches Auge da erfasst, soll ich dann nicht nur akzeptieren, sondern auch noch lieben?

Ein mir bekannter, äußerst effektiver Weg ist die Saydiyay Massage (Aussprache: Sai-di-dschai Massage). Sie kommt aus dem Lemurian Tantra und ist mit ihren weichen und runden Streichtechniken eine Liebkosung für die Empfängerin/den Empfänger. Wer diese fantastische Anwendung regelmäßig genießt, entwickelt ein positives und gesundes Selbst-Bewusstsein und baut seine Genussfähigkeit immer mehr aus. Die Kombination aus Massagetechnik, warmem Öl, Edelsteinen und Energiearbeit macht die Saydiyay so wirksam, sie ist ein Ritual, in dessen heiligem Raum der Vollkommenheit der Empfängerin/des Empfängers gehuldigt wird.

Die Saydiyay Massage ist gewissermaßen die Bauanleitung für sämtliche Türmchen, kuschelige Winkel und zusätzlichen Räume für meinen Tempel, sie gibt mir die Kreativität, diese Pläne auch praktisch umzusetzen und Anregung für die Einrichtung meiner Zimmer.

Ich drehe mich ein Mal um die eigene Achse und lächle mich im Spiegel an: Es gefällt mir gut, was ich da sehe. Verschmitzt zwinkere ich mir selbst zu und mache mich auf die Suche nach meinem Partner – ich fühle mich gerade sehr sexy ...

Maria Jeanne Dompierre, Dipl. Sozialpädagogin, Reiki-Großmeisterin, Aerzen