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Individualisierte Medizin

Für jeden das passende Medikament? "Leider wirkt nicht jedes Medikament bei jedem Menschen gleich gut. Die individualisierte Medizin könnte künftig helfen, für jeden Patienten das ideale Arzneimittel zu finden." So beginnt ein Artikel in einer bekannten Apotheken-Zeitschrift ...

Patienten sollen in Zukunft die Möglichkeit erhalten, das für ihr Genmaterial maßgeschneiderte Medikament in der vorhersagbaren wirksamen Dosierung zu erhalten. Ziel ist, den Patienten optimal zu versorgen und gleichzeitig belastende und eventuell erfolglose Therapien so weit wie möglich auszuschließen.

Und wie so oft wird kontrovers diskutiert. Der Vision einer auf den Menschen zugeschnittenen Medizin stehen vielfältige Bedenken gegenüber. Beispielsweise Bedenken hinsichtlich des rechtlichen und ethischen Umgangs mit möglicherweise bei der Patiententestung erhaltenen belastenden genetischen Informationen. Es wird die Frage nach Kosten und Nutzen gestellt. Ist diese Art der Medizin für die Gemeinschaft bezahlbar? Werden Hoffnungen geweckt, die erfüllt werden können? Die Antworten scheinen noch in der Zukunft zu liegen. Es besteht weiterer Forschungsbedarf. Allgemein akzeptiert ist jedoch, dass neben der Medikamenten-Therapie immer auch der Arzt oder Behandler und das Umfeld durch Empathie und tatkräftige Unterstützung eine nicht gering einzuschätzende Rolle bei der Bewältigung der Erkrankung spielen.

Als Samuel Hahnemann die Klassische Homöopathie entwickelte, hatte er bereits vor rund 200 Jahren die Individualität seiner Patienten vor Augen. Diese Verschiedenheit machte er jedoch nicht am Erbmaterial eines Menschen fest, sondern an der Art und Weise, wie er auf – wie Hahnemann es nannte – „krankmachende Reize“ reagierte. Einbezogen in die Mittel-Ausarbeitung werden bis heute körperliche Symptome, deren Modalitäten – also wie, wann und wo sie auftreten –, Veränderungen in der Gemütsverfassung und sogenannte Geistessymptome. Bei der abschließenden Gesamt-Betrachtung spielen Erkrankungen in der Familie durchaus eine Rolle und werden gegebenenfalls berücksichtigt.

Beide doch so verschiedenen Behandlungsansätze, wie die moderne Individual-Medizin und die Klassische Homöopathie, verfolgen also das gleiche Ziel, nämlich die dem Einzelnen angepasste, auf seine Erkrankung genau abgestimmte Medikation. Die zu Anfang angesprochene Vision hat das Verfahren der Klassischen Homöopathie also bereits für sich verwirklicht und wendet sie seit geraumer Zeit an. Erfolgreich und vergleichsweise kostengünstig.

Karin Tünnermann, Heilpraktikerin, Porta Westfalica