Zeitenwende / Themen / Gesundes Leben / Zwischen Küche und Badezimmer: Natürliche Pflanzenöle für die Pflege

Zwischen Küche und Badezimmer: Natürliche Pflanzenöle für die Pflege

Es gibt viele Gründe, auf die im Handel verbreiteten Pflegeprodukte zu verzichten. Manche Menschen mögen die chemischen Zusatzstoffe nicht, vertragen sie vielleicht gar nicht auf der Haut. Andere haben ein Problem mit der Produktion der Kosmetikartikel, die alles andere als umweltfreundlich ist. Und wieder andere würden gerne den enormen Verpackungsmüll vermeiden, der mit der Kosmetik einhergeht. Und manchmal kommen alle Gründe zusammen. Die Entscheidung gegen konventionelle Pflegemittel mit Silikonen, Tensiden, Konservierungsmitteln und Duftstoffen ist in der Regel eine sehr bewusste Entscheidung ...

Einer für Alle: Kokosöl kann viele andere Produkte ersetzen

Kokosöl kann sowohl für die Haut- als auch für die Haarpflege eingesetzt werden. Das Öl hat antimikrobielle, antivitale und sogar antimykotische Wirkung. Es tötet also sowohl Bakterien als auch Viren und Pilze ab. Es ist kein Desinfektionsmittel! Die Wirkung ist nur mild, aber das reicht in der Körperpflege gewöhnlich aus. Das Öl reguliert trockene wie auch fettige Haut, wenn es sparsam und regelmäßig angewandt wird. Es kann das Haarwachstum anregen, weil es die Kopfhaut gesund erhält und dort Erreger, die Haut- und Haarzellen schädigen, in Schach hält.

Die antibakterielle Wirkung kann sogar in der Zahnpflege genutzt werden: Da die am häufigsten für Karies verantwortlich gemachten Bakterien von der im Öl enthaltenen Laurinsäure bekämpft werden, kann Kokosöl hin und wieder ergänzend zur normalen Mund- und Zahnpflege angewandt werden. Es wird einfach wie Zahnpasta auf der Zahnbürste aufgeschäumt. Der leichte fettige Film, der auf den Zähnen verbleibt, ist gewollt - er wirkt antibakteriell.

Pflanzenöle sind vielfältig

Die unterschiedliche Wirkung und die Eigenschaften der Öle beruhen auf ihrer jeweils individuellen Zusammensetzung aus Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen. An Fettsäuren kommen in den für die Haut- und Haarpflege relevanten Ölen in erster Linie Ölsäure, Linolsäure, Palmitinsäure und Laurinsäure vor. Sekundäre Pflanzenstoffe ist der Oberbegriff für Vitamine und Phytosterole.

Trocknende Öle?

In der Tat trocknen einige Öle aufgrund ihrer Zusammensetzung die Haut eher aus und sind dementsprechend in der Pflege für Menschen mit fettiger oder Mischhaut besser geeignet. Dazu gehören:

  • Arganöl
  • Sonnenblumenöl
  • Leinöl

Diese Öle ziehen sehr schnell in die Haut ein und hinterlassen keine Schutzschicht auf der Haut. Dadurch kann die Haut schnell Feuchtigkeit an die Raumluft verlieren und erscheint trocken.

Zu den nicht-trocknenden Ölen gehören:

  • Mandelöl
  • Olivenöl
  • Kokosöl

Sie ziehen nicht so schnell ein. Ausschlaggebend für eine gute Pflege ist übrigens auch die Qualität des Öls: Bewährt haben sich kaltgepresste native Öle in Bio-Qualität.

Pflanzenöle für die Haarpflege

Sesamöl ist aufgrund seiner Inhaltsstoffe sehr gut gegen Haarausfall geeignet und kann Schuppen bekämpfen. Denn das Öl mit seinen vielen Vitaminen und Mineralien bildet eine natürliche, fettige Barriere gegen Bakterien und Pilze. Trockene Stellen sollten damit sparsam behandelt werden, mehr ist nicht nötig. Gegen Haarausfall wirkt das Öl nur, wenn dieser nicht genetisch bedingt ist.

Mandelöl pflegt geschädigtes und trockenes Haar. Die enthaltenen Fettsäuren glätten das Haar, helfen gegen statische Ladungen und pflegen. Dazu kommt der günstige Preis: Mandelöl kostet nicht viel.

Leinöl riecht etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber extrem reich an Linolsäure. Das Öl wirkt gut gegen brüchige, splisse Spitzen und verhindert das Abbrechen der Haarspitzen. Allerdings muss Leinöl nicht unbedingt in das Haar massiert werden: Es wirkt auch von innen. Leinöl in der täglichen Ernährung kann Haut und Haar von innen heraus schön machen.

Hautpflege mit Pflanzenölen statt konventionellen Produkten

Trockene und schuppige Haut profitiert von Olivenöl. Das besteht zu einem großen Teil aus Ölsäure, wodurch es nur langsam einzieht und die Haut lange verwöhnt. Auf der feuchten Haut nach dem Duschen aufgetragen, kann es nicht nur trockene und schuppige Haut beruhigen, sondern sogar bei leichten Neurodermitis Schüben mildernd wirken.

Sonnenblumenöl dagegen enthält viel Linolsäure. Es gilt als eher trocknendes Öl, wirkt aufgrund des enthaltenen Vitamins E aber auch antioxidativ und entzündungshemmend. Das ist insbesondere bei Mischhaut sehr gut.

Reife Haut profitiert von Arganöl. Auch das gilt als eher trocknendes Öl, zieht sehr schnell ein. Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren, enthält Vitamin E und Flavonoide. Es verstopft die Poren nicht und kann Entzündungen entgegenwirken.

Chiasamen gelten als Superfood, und auch das aus den Samen gewonnene Öl ist in der Hautpflege wertvoll. Das Öl ist bei trockener Haut sehr gut geeignet, es pflegt aber auch unreine Haut und wirkt Entzündungen entgegen. Besonders wirksam ist hier Alpha-Linolensäure, aus dem das Öl zu etwa 60 % besteht.

Nicht nur Kokosöl als Allrounder, sondern auch andere Pflanzenöle lassen sich gut für die Körperpflege einsetzen und tragen zu einem gesunden, bewussten und vor allem umweltschonenden Lebensstil bei. Denn die Öle stammen im Idealfall aus nachhaltiger und biologisch sinnvoller Landwirtschaft, werden in wiederverwendbaren Behältern aus dunklem Glas geliefert und hinterlassen im Gegensatz zu vielen anderen Kosmetikprodukten keinen Plastikmüll.

Timm Hendrich