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Winterzeit – Einkehrzeit

Jetzt kommt die Zeit, in der "die Ernte eingefahren" ist und man für Monate von den Reserven leben muss. Hört sich altbacken oder irgendwie prosaisch an, ist jedoch die Realität des Daseins ...

Zum Glück haben wir jedes Jahr aufs Neue die Chance des Neubeginns im Frühling, der Blüte im Sommer, der Ernte im Herbst und die der Einkehr und des Rückgriffs auf die geschaffenen Reserven.

Ich sehe das jetzt erst einmal rein körperlich und möchte Sie einfach mal sensibilisieren, das Jahr auch so zu sehen. Jetzt kommt der Körper zur Ruhe: Zeit zum Speckansetzen, wenn man nicht aufpasst … obwohl ehedem sehr praktisch gedacht, um den Winter zu überleben. Wir machen uns wenig Gedanken, ob wir im Sommer genügend körperliche Ressourcen angelegt haben für eine längere Zeit des Darbens, weil wir immer zu allen Zeiten in unserem Land nahezu alles kaufen können.

War der Sommer lang und sonnig genug, damit wir ausreichend Vitamin D tanken konnten – das Vitamin gegen den sogenannten "Winterblues"? Lassen Sie am besten kurz vor Weihnachten einmal in Ihrem Blut nachsehen, ob Sie ausreichend Vitamin D für den Rest des Winters vorrätig haben und lassen Sie sich dabei nicht mit der Antwort "Alles o.k." beruhigen. Lassen Sie sich die Werte geben und wenn Sie unter 40 µg (d.h. Nanogramm) liegt, dann müssen Sie etwas tun, auch wenn Ihr Arzt oder Therapeut meint, das reiche aus. Nach neuerem Wissensstand reicht weniger als 40 µg eben nicht bis zum Frühjahr aus. Setzen Sie sich generell wegen Auskünften über Vitamine und Spurenelemente mit jemanden in Verbindung, der sich wirklich damit auskennt. Man nennt es "Orthomolekular-Medizin". Das ist etwas anderes, als Nahrungsergänzungsmittel nach Gutdünken zu empfehlen.

Dr. Hans Nieper aus Hannover hat schon in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts beschrieben, dass der überwiegende Teil aller Krankheiten sogenannte "Mangelkrankheiten" sind, d.h. der Organismus ist in einem Defizit, aufgrund dessen er Symptome meldet, die wir als Krankheit empfinden.
"Vor vollen Töpfen verhungern" nennen wir es auch manchmal und dann sagt das Gegenüber "aber ich ernähre mich bio und vollwertig und koche immer frisch". Wenn man überlegt, dass z.B. Kartoffeln in der Zeit von 1985 bis 2002 78% ihres Calciums und 48% des Magnesiums verloren haben und Bananen schon quasi leer sind, weil sie 95% ihres wichtigsten Vitamins B6 und 79% der Folsäure einbüßen mussten, dann sehen Sie, dass wir nur noch Füllstoffe zu uns nehmen in der Hoffnung, etwas Gutes für uns zu tun. In der ehemaligen DDR nannte man Kartoffeln auch "Sättigungsbeilage"… mehr ist es leider auch nicht. Es füllt den Magen und schmeckt (vielleicht), aber es sind leider leere Kohlehydrate. Ausgelaugte Böden und Monokulturen sorgen dafür, dass wir mehr Reste von Dünger zu uns nehmen als wirkliche Nährstoffe.

Lassen Sie, besonders jetzt zum Winter hin, vorsorglich mal ein Mikronährstoffprofil machen, damit Sie wissen, was Ihnen – im wahrsten Sinne des Wortes – fehlt.

Das war doch immer die Frage des Behandlers: Was fehlt Ihnen denn? Geantwortet wurde dann mit dem, was man hat. Wüsste man, was fehlt, gäbe es weniger Kranke, chronisch Müde, Gelenkerkrankte und dauernd Erkältete.

Geben Sie nicht auf, trinken Sie weiter Ihren Orangensaft und essen Sie weiter Obst und Gemüse, denn etwas ist ja noch drin. Leider können Sie nicht die Mengen essen, um auf die Qualität von vor 50 Jahren zu kommen. Lassen Sie testen, was Ihnen fehlt, trotz Ihrer reichlichen Ernährung, und füllen Sie das – und nur das –, was wirklich fehlt, nach, damit Krankheit keinen Platz mehr in Ihnen hat.

Kristina König, HP, Bielefeld