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Krank trotz "normaler" Laborwerte

Viele Menschen hören von ihrem Arzt, dass ihre Laborwerte völlig in Ordnung sind, fühlen sich aber krank. Oftmals leiden sie z.B. unter Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen, Depressionen. Oft werden sie als psychosomatisch Kranke angesehen oder als Hypochonder abgetan ...

Sehr oft sind die Referenzbereiche der Blutwertanalysen viel zu hoch oder zu niedrig angesetzt, sodass bestimmte Mängel nicht erfasst werden.
So sind beispielsweise die Werte für Vitamin D, welches für Haut, Knochen und Herz, Immunsystem und alle Zellen wichtig ist, viel zu niedrig angegeben. Vitamin D wird in der Haut mit Hilfe von UV-B-Strahlung gebildet. Optimal wären Werte ab ca. 50-60 ng/ml. In Deutschland liegt der durchschnittliche Vitamin D (OH-25) Spiegel bei ca. 16 ng/l. Büroarbeit ohne Sonnenlicht verhindert die Zufuhr und durch Sonnencremes mit hohen Lichtfaktoren bekommen wir selbst im Sommer nicht genügend Vitamin D

Ebenso wichtig ist Vitamin B12. Hier liegt der untere Wert bei 200ng/l. Aber auch bei höheren Werten kann es z.B. schon zu vermindertem Denkvermögen und Depressionen kommen. Vitamin B12 ist wichtig für die Nerven- und Gehirntätigkeit. Auch Blutarmut wird durch B12-Mangel angezeigt. Durch vegetarische oder vegane Ernährung wird dem Körper oft zuwenig B12 zugeführt, und auch Darmstörungen können eine Aufnahme des Vitamins verhindern. Bei Einnahme von Säureblockern, wie etwa Pantoprazol, können Störungen in der B12-Aufnahme vorliegen, weil diese abhängig von der Magensäure ist. Oft zeigt sich ein B12-Mangel durch Müdigkeit und Erschöpfung.

Eisen ist ein wichtiges Element, das im Körper essenzielle Aufgaben zu erfüllen hat. Der Sauerstofftransport wird durch Eisen gewährleistet und in die Zellen transportiert. Es stärkt aber auch das Immunsystem und sorgt für Vitalität und Aktivität. Blutarmut kann durch Eisenmangel bedingt sein und auch Müdigkeit, Kopfschmerzen, Leistungsabfall und Konzentrationsstörungen zur Folge haben

Aber auch andere Erkrankungen wie Depressionen, Schlafstörungen, Haut- und Haarprobleme können mit einem Eisenmangel zusammenhängen. Meist wird nur das Eisen und nicht der Ferritinspiegel gemessen, der wichtig ist für die Speicherung des Eisens im Körper. Der sollte zwischen 50-100ng/l liegen, wird aber meist mit 10-20ng/l als ausreichend angesehen.

Oftmals werden Laborwerte angepasst, wie z.B. der Cholesterinwert, der mit der Herstellung von Cholesterinsenkern einfach nach unten angepasst wurde, damit man diese besser verkaufen konnte, bei den Blutdrucksenkern war dies ähnlich.

Eine Diagnose sollte also nicht nur Blutwerte in Augenschein nehmen, sondern auch Symptome und eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen mit einbeziehen – und dafür hat ein Arzt meist zu wenig Zeit.

Traudel Wolf, Heilpraktikerin, Neustadt