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Der Zusammenhang zwischen psychischer Erkrankung und Mikrobiom

In der Behandlung von psychischen Beschwerden hat man festgestellt, dass es Nahrungsergänzungsmittel gibt, die sich positiv auf die Psyche auswirken, den Stress vermindern und die Schlafqualität verbessern. Für eine Depression gibt es viele Ursachen. Schmerzliche Erfahrungen, Partnerschaftsprobleme, Tod eines geliebten Menschen, Arbeitsplatzverlust, Kränkungen etc. werden mit Hilfe der Psychotherapie bearbeitet ...

In der Behandlung von psychischen Beschwerden hat man festgestellt, dass es Nahrungsergänzungsmittel gibt, die sich positiv auf die Psyche auswirken, den Stress vermindern und die Schlafqualität verbessern. Für eine Depression gibt es viele Ursachen. Schmerzliche Erfahrungen, Partnerschaftsprobleme, Tod eines geliebten Menschen, Arbeitsplatzverlust, Kränkungen etc. werden mit Hilfe der Psychotherapie bearbeitet.

Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Übergewicht, Ernährung und Depressionen gibt. Nahrungsmittelallergien, Unverträglichkeiten von Gluten oder Milcheiweiß, Mangel an essentiellen Fettsäuren, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen tragen dazu bei.

Auch Menschen, die ein Burn-out-Syndrom haben, leiden sowohl an seelischer wie an körperlicher Erschöpfung. Oft gibt es dann noch Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen etc. Die Ursachen liegen nicht nur auf der psychosomatischen Ebene.

Eine Ernährung, die überwiegend aus verarbeiteten Nahrungsmitteln besteht, erhöht das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Bei den Erkrankten ist ein Mangel an chemischen Botenstoffen, den Neurotransmittern, festgestellt worden. Serotonin und Dopamin, die als Glückshormone gelten, waren oft im Mangel. Diese Botenstoffe sind an der Weiterleitung der Nervenimpulse beteiligt. Wichtige Nährstoffe, wie essentielle Fettsäuren, Magnesium, Eisen, Zink, B-Vitamine und Vitamin D spielen bei der Produktion der Neurotransmitter eine große Rolle.

Menschen, die qualitativ minderwertige Fette verzehren, wie sie in den meisten Backwaren vorkommen oder durch Erhitzung von kurzkettigen Ölen entstehen (Transfettsäuren), sind anfälliger für Depressionen und bipolare Störungen. Ein Mangel an langkettigen Omega III Fettsäuren kann sogar mit Schizophrenie in Verbindung gebracht werden.

Eine Ernährung mit viel Getreideprodukten (Pizza, Pasta, Brot, Brötchen), Zucker und vielen gesättigten Fettsäuren erhöht die Zytokine im Körper, die Entzündungsreaktionen auslösen. Auch die Darmbakterien beeinflussen die Stimmungslage. Die Mikroorganismen im Darm, das Mikrobiom (früher Darmflora genannt), verständigen sich über neurale Signale, die über den Vagusnerv ans Gehirn weitergeleitet werden. Sie können unsere Geschmacksrezeptoren verändern und Stimmungen beeinflussen.

Ist das Mikrobiom nicht mehr optimal zusammengesetzt durch Einnahme von Antibiotika, Medikamenten, Verzehr von Weizen oder durch Stress, dann entsteht ein Leaky-Gut-Syndrom, ein durchlässiger Darm. Dieser ist ursächlich beteiligt an einer Vielzahl von Erkrankungen, wie z.B. Nahrungsintoleranzen, Migräne, Reizdarm, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Autoimmunerkrankungen, Fibromyalgie, Multiple Sklerose u.a.

Nahezu alles, was das Gleichgewicht der Bakterien im Verdauungstrakt stören kann, wird Schäden an der Darmschleimhaut nach sich ziehen, was zu einem Leaky-Gut-Syndrom führen kann. Das Mikrobiom ist ein fragiles Ökosystem und es ist wichtig zu erkennen, dass unsere Darmbakterien sehr anfällig reagieren auf Lebensstil und Umweltfaktoren, z.B. durch übertriebenen Zucker- und Fructosekonsum, Getreideprodukte, Antibiotika (einschließlich der unsichtbaren, bedingt durch Massentierhaltung, bei Verzehr von Fleisch oder Fisch), landwirtschaftliche Chemikalien und Pestizide.

Traudel Wolf, Heilpraktikerin, Neustadt