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Chronisch entzündliche Erkrankungen vermeiden

Gegen Infektionen ist ein Abwehrkampf mit entzündlichen Reaktionen wichtig für den Körper. Wenn aber das Immunsystem auf bestimmte Dinge eine überschießende Reaktion entwickelt, kann dies längerfristig gesehen im Körper und an den Gefäßen starken Schaden anrichten ...

Chronische Entzündungen, die nicht durch die typischen Entzündungszeichen auffallen, nennt man auch Silent Inflammation. Sie sind seit einiger Zeit neben anderen bekannten Ursachen im Blickpunkt als Auslöser für chronisch degenerative Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ II, Alzheimer, Krebs und Parkinson.

Arteriosklerose ist nicht bedingt durch erhöhtes Cholesterin, sondern chronische Entzündungen in den Gefäßen spielen hier eine große Rolle. Grundsätzlich sind Entzündungen ein Versuch des Körpers zur Heilung. Im Labor kann man Entzündungen anhand des CRP-Wertes (C-reaktives Protein) bestimmen. Das CRP wird in der Leber, den Gefäßen und bei Übergewichtigen auch in den weißen Fettzellen produziert. Beim metabolischen Syndrom gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Fehlernährung, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Stress fördert ebenso entzündliche Erkrankungen. Bei Stress wird die Freisetzung von Glucose und Fettsäure erhöht und ein erhöhter Insulinspiegel erzeugt. Wird Energie aber nicht in Form von Bewegung benötigt, dann lagern sich die Fettsäuren in den Organen ab und werden als Triglyzeride in der Leber gespeichert, dies erzeugt im Laufe der Zeit eine Fettleber.

Die CRP Produktion wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Falsche Ernährung, Rauchen, Hormone, Bewegungsmangel, fehlende Vitamine und Antioxidantien erhöhen das Risiko für dauerhafte Entzündungen. Lassen Sie bei Ihrer nächsten Laboruntersuchung also den CRP oder besser noch den hsCRP (hochsensibel) Wert mitbestimmen. <1mg/L ist ein geringes Risiko >3-10 mg/L hohes Herz-Kreislauf-Risiko.

Bei einer Fettleber (bei 50% aller Menschen in Industrieländern) steigt der Insulinspiegel zu lange und zu hoch an und kann durch Insulin nicht mehr gehemmt werden. Dann entsteht ein Diabetes. Stress, Bewegungsmangel und Fehlernährung führen zu Entzündungen und einer Insulinresistenz.

Häufige Symptome einer beginnenden Chronifizierung entzündlicher Prozesse im Körper sind z.B. Kopfschmerzen (Migräneattacken), Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Schlafstörungen und Hormonschwankungen.

Chronische Entzündungen können zu erheblichen Schäden an Geweben des Körpers und zu einer Vielzahl von Problemen führen. Forscher haben z.B. festgestellt, dass chronisch-entzündliche Erkrankungen der Leber und des Verdauungstrakts zu Veränderung im Gehirn führen können und Alzheimer und Parkinson begünstigen. Oft beeinträchtigen chronische Entzündungen den ganzen Körper. Folgende Erkrankungen gehören dazu: Arteriosklerose, Arthritis, Herz-Kreislauferkrankungen, Psoriasis, Neurodermitis, Zöliakie und Glutenunverträglichkeit, Diabetes II, Fibromyalgie, rheumatische Erkrankungen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Gicht und Alzheimer, Multiple Sklerose.

Wir ernähren uns in etwa zu 2/3 von Lebensmitteln, die es in früheren Zeiten nicht gab: Industrieprodukte, zu viel falsche Fette, zu viel Getreide, vor allem Weizen, zu viele kurzkettige Kohlehydrate, Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Aromen und Konservierungsstoffe. Gemüse, Obst, Pilze, Kräuter und Gewürze liefern wichtige Antioxidantien, die dabei helfen können, Entzündungen zu bekämpfen. Stellen Sie Ihre Ernährung um, bewegen Sie sich mehr und reduzieren Sie Stressfaktoren!

Traudel Wolf, Heilpraktikerin, Neustadt