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Fünf Tore zu weiblicher Spiritualität

Körper – Sexualität – Zyklen – Geburt – Tod – in welchem inneren Zusammenhang stehen diese Begriffe? Alle sind existenziell, haben mit dem Leben an sich zu tun. An allen kann Stress, Verdrängung, Geringschätzung, hohe Erwartung haften – etwas Unanständiges, Bedrohliches oder Überstrapaziertes. Es sind die fünf weiblichen Wege zu Lebendigkeit, Glück und spirituellem Erleben ...

Die Tore zur weiblichen Kraft waren sehr lange geschlossen. Die Wege hinter den Toren sind verwildert. Nur wenige Frauen konnten in den letzten Jahrtausenden diese Wege beschreiten. Es war sogar lebensbedrohlich, das zu tun.

Heute sind wir an einem Punkt, wo es darum geht, diese Fakten anzuerkennen, in der ganzen Dimension, die sie haben.

Zu sagen, dass wir uns nicht mehr zu schämen brauchen für unsere Körper, gleicht der beschämend nutzlosen Maßnahme, an die Türen dieser großen Pforte einen Zettel zu pinnen: "Die Verteufelung dieses Tores ist nicht mehr notwendig". Das Tor bleibt wie es ist und die Landschaft dahinter wird von dieser Aussage nicht betroffen.

In einigen Bereichen haben wir erreicht, dass die Tore schon saniert wurden.

Aber wir sind noch weit entfernt davon, Sex, Menstruation, Geburt, Tod und unsere Körper als ein Tor zur Erleuchtung, eine Pforte in religiöse Dimension zu begreifen, oder gar zu etablieren!

Hartnäckige alte Programme

Man könnte sagen, dass wir das Patriarchat auf der Festplatte haben. Die Spuren und Folgen der Unterdrückung des Weiblichen in Mann und Frau sind in die Struktur unserer Psyche eingezeichnet. Vor allem sind sie in jeder Zelle unserer Körper gespeichert! Softwarepakete einer erfüllten Sexualität sind sicher die beliebtesten neuen Programme. Wenn es trotz größter Aufklärung und Bemühung nicht funktioniert, dann dominiert die alte Hardware. Wenn wir irgend-etwas ändern wollen an dem Zustand, in dem wir sind, wenn wir Sehnsucht haben nach mehr, wenn wir uns Erfüllung wünschen und Glück, Heilung und Tiefe, gibt es immer nur einen Ort, von wo wir starten können. Das ist da, wo wir jetzt gerade sind.

Anerkennen was ist

Wie geht es mir wirklich mit meinem Körper – jenseits von allen Konzepten, wie ich mich fühlen sollte? Was lässt mich beim Sex immer wieder stolpern und verzweifeln? Da ist eine Verunsicherung wahrzunehmen, eine ganz fundamentale Irritation in Bezug auf das Funktionieren der eigenen Sexualität, auf den eigenen Körper. Darf das so sein … dass ich solange brauche … dass ich so aussehe … dass ich es besser allein kann ... dass ich dabei manchmal weinen muss?

Praktizieren wir die hilfreiche Methode der Achtsamkeit! Wenn wir dann noch lernen, uns damit zu entspannen, haben wir in uns Augenöffner, Herzöffner und Schlüsseldienst für die fünf wichtigsten weibliche Tore aktiviert! Wenn Anerkennung und Selbstliebe dazukommt, die wir wirklich im Körper spüren, dann sind wir "drin". Und dann geht die Reise los – in neue Räume des Lebens!

Antje Uffmann, HP (Psych.), Bielefeld