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Die Energie des Kreises

Der Kreis in seiner vollkommenen Form ist Sinnbild der ursprünglichen göttlichen Schöpfung. Durch das Runde und Bewahrende ist er ebenso ein Symbol des Weiblichen: Der magische Kessel von Geburt und Entwicklung, von Tod und Transformation, Schöpfungsort mit der heiligen Mitte ...

... um die sich das menschliche Leben herum bewegt, getragen von der Sehnsucht, sich immer mehr dem göttlichen Eins-Sein anzunähern.

Menschen verbinden sich miteinander zum Kreis, tanzen Hand in Hand, begegnen sich im Hier und Jetzt ohne Worte. Umkreisen eine gemeinsame Mitte, finden einen gemeinsamen Rhythmus. Diese Art zu tanzen gehört zu den ältesten Ausdrucksformen, die menschliche Kultur und Religion hervorgebracht haben.
12000 Jahre alt sind die ältesten Zeugnisse reigentanzender Frauen, Bildnisse in Tonplättchen geritzt, die bei Koblenz gefunden wurden.

Die sich wiederholenden Schrittmuster und Gebärden gleichen getanzten Mantras, in denen die Tanzenden heute die verloren gegangene Kraft der natürlichen Rhythmen und des zyklischen Geschehens der Schöpfung wieder entdecken können. So wird der Energiefluss belebt, der uns mit allem verbindet: Wir weben uns zurück in das Netz des Lebens, bzw. nehmen wahr, dass wir nie getrennt davon waren.

Das Ziehen des Kreises bewirkt die Schaffung eines Raumes für spirituelle Erfahrungen. Die getanzten Energien sammeln sich im Innenraum des Kreises und sind für alle direkt spürbar.

Kreis

Es fühlt sich eben ganz anders an, ob das Thema eines Tanzes Feuer oder Wasser ist, Freude oder Trauer, den Kontakt zur Erde vertiefen möchte oder zur feinstofflichen Welt. Die Erfahrung, wie unterschiedlich die gleiche Bewegungsfolge von den Tanzenden empfunden und interpretiert wird, ist ein Geschenk für alle, die wir die Besonderheit einer/s jeden im großen "Wir" des Kreises erkennen dürfen: Jede/r ist einzigartig und doch ein Teil des Ganzen und trägt auf eigene Weise zum Ganzen bei.

Auf der körperlichen Ebene stellt sich eine angenehme Entspannung ein, der Atem fließt leichter, der Geist wird freier und das Herz öffnet sich wie von selbst.

Tanzen folgt hier keiner komplizierten oder gar leistungsorientierten Form. Im spirituellen Kontext ist Tanz gemeint im Sinne des afrikanischen Sprichwortes: Wer gehen kann, kann auch tanzen. Wesentlich ist nur die Achtsamkeit und Präsenz, die ich meiner Bewegung entgegenbringe. So kann auch die tieferliegende Bedeutung dieser oder jener Schrittkombination erfühlt und erforscht werden.

Ein Vorwärtsschreiten, ein Innehalten, ein Rückschritt. Schon diese Bezeichnungen in ihrer ganz normalen Bedeutung lassen im Tanz erkennen, wie Bewegungsmuster und Lebensstrategien überhaupt sind:

Schreite ich mutig vorwärts?
Schaffe ich es mal innezuhalten?
Wie gehe ich mit Rückschritten um?

Und vor allem lehrt das Tanzen, dass alles in stetiger Verbindung und Veränderung ist. Die Energie des Lebens ist ein Fluss, der sich tanzend zwischen den Polaritäten bewegt und alle, die sich ihm anvertrauen, zu größerer Bewussheit führt.

Gemeinsames Tanzen im Kreis lässt die Realität des Verbundenseins entstehen – als ein essentieller Aspekt des Weiblichen die Sehnsucht der Frauen. Deswegen sind Frauenkreise nicht nur in der Vergangenheit Orte, wo Frauen ihre weibliche Batterie wieder aufladen und dadurch ihren Platz in der Welt selbstbewusster einnehmen können.

Kreise, in denen das Individuelle wie das Gemeinschaftliche Platz und Würdigung finden, sind in unserer von Krisen und Existenzängsten geschüttelten Zeit eine wertvolle Unterstützung, neue, auf Miteinander basierende Formen des Zusammenlebens auf dieser Erde zu entwickeln.

Anna-Maria Lösche, Weiblichkeits- und Tanzpädagogin, Fachreferentin für ganzheitliche Frauenarbeit / Orientalischer Tanz, Kreistanz, Ritual, Innere Arbeit
Tel. 05033-9630049 info@weiblicher-weg.de www.weiblicher-weg.de

Anna-Maria Lösche, Weiblichkeits- und Tanzpädagogin, Wunstorf