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Bewusste Ernährung

Bewusste Ernährung – wozu? Essen und Trinken – im Allgemeinen – hält doch Leib und Seele zusammen ... den gesunden Geist nicht zu vergessen. Außerdem: Haupsache, es schmeckt ...?!

In einer globalisierten Welt mit vielfältigem Nahrungsangebot, hat der Verbraucher, zumindest in weiten Teilen der Industrieländer, die angenehme Qual der Wahl bei der Überlegung: "Was esse ich heute?" Doch wer stellt sich dabei die Frage: "Tue ich mir – und anderen – damit Gutes?" Zivilisationskrankheiten, Allergien, Übergewicht sind häufig ein (Teil-)Ergebnis ungesunder, einseitiger Ernährung. Die "Risiken und Nebenwirkungen" – zu der Zeit, als Äpfel und Kartoffeln noch aus dem eigenen Garten kamen, überschaubar – sind ebenso vielfältig wie nie zuvor. Der Einsatz von Pestiziden, chemischen Zusatzstoffen, Medikamenten oder Nanoteilchen, Überdüngung, Monokultur, Massentierhaltung, Genmanipulation, radioaktive Strahlung etc. machen den Einkauf zum Glücksspiel mit der eigenen Gesundheit. "Hauptsache, es schmeckt!" kann nicht mehr das Hauptkriterium bei der Essenswahl sein. Und immer noch zu hörende Argumente wie: "Das hat mir bislang nicht geschadet", "Bio ist mir zu teuer" oder "Da findet ja doch keiner mehr durch" sind Ausdruck von der Verweigerung, sich ernsthafter mit dem so (überlebens)wichtigen Thema Ernährung auseinanderzusetzen.

Individuelle Überlegungen

Bewusste Ernährung

Was also tun? Als Allererstes geht es um die eigene Gesundheit. Bekannt ist, dass das Essen abwechslungsreich sein sollte, am besten Proteine, Kohlenhydrate, Fett, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine in einem ausgewogenen Verhältnis enthält. Die Bedeutung von frischem Obst und Gemüse für die Gesundheit ist unumstritten. Muss es Fleisch sein? Und wenn ja, wie oft? Nutze ich Alternativen zu Industriezucker und Weißmehl? Wer die oben genannten "Risiken und Nebenwirkungen" weitestgehend umgehen möchte, kommt um das Bio-Siegel nicht herum (wobei das nach EG-Öko-Verordnung die "mildesten" Auflagen für die Hersteller hat) oder kauft beim heimischen Erzeuger, der Auskunft über seine Produkte gibt. Die Bezeichnung "Genfrei" ist auf Lebensmitteln zu finden, die das auch sind. Es gibt Ernährungs- und Kochbücher, in denen sich Gedanken um das Wohl der Konsumenten gemacht wird, bei der Auswahl von Zutaten und deren Zubereitung individuelle Bedürfnisse/Geschmäcker, energetische Auswirkungen und weitere Gesundheitsaspekte berücksichtigt werden. Das Ayurveda z.B. oder die Traditionelle Chinesische Medizin beziehen "Körper, Geist und Seele" mit ein. Wer sich Zeit nimmt beim Essen und eine schöne Atmosphäre schafft, wird es genießen. Eine gemeinsame Mahlzeit mit Familie, Partner oder Freunden nährt auch unser Bedürfnis nach Nähe und Zugehörigkeit.

Geschichte und Preis

Acker

Jedes Lebensmittel, das wir zu uns nehmen, hat eine Geschichte. Es wurde von Menschen "hergestellt", geliefert und verkauft. Sind diese Menschen fair bezahlt worden? Handeln sie vertrauenswürdig? Wie weit ist der Transportweg? Welche Ressourcen wurden insgesamt benötigt?

Um noch einmal auf "Risiken und Nebenwirkungen" zurückzukommen: Ist mir bewusst, dass auch ich einen Anteil an deren Fortbestand trage? Wenn ich es als unethisch empfinde, dass hochgezüchtete Tiere in Massen auf engstem Raum eingefercht, mit Medikamenten "gefüttert" und Gewässer durch Gülle verunreinigt werden, kann ich dann noch beide Augen zudrücken, wenn ich ins Steak-House gehe? Pestizide und industrieller Dünger beeinträchtigen das ökologische Gleichgewicht. Genmanipuliertes Soja hat längst Einzug in viele konventionelle Nahrungsmittel gehalten. Möchte ich den (vermeintlich) günstigen Preis dafür bezahlen?

Globale Verantwortung

Kühe

Unser Einkaufsverhalten geht also weit über den persönlichen (unkritischen) Geschmack hinaus. Wir können Verantwortung übernehmen – für unsere Gesundheit, die anderer Menschen, die von Pflanzen, Tieren, der gesamten Erde. Das beginnt beim nächsten "bewussten" Essen. Lassen wir uns nicht von dem Gedanken überrumpeln: "Ich allein kann sowieso nichts ändern." Wir sind nicht getrennt, wir sind Teil des Ganzen. Bewusste Ernährung schmeckt nicht nur mir besser und stärkt meine Lebensenergie, sondern tut allen gut.

tg