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Die direkteste Verbindung mit dem Leben

Atem ist Leben. Der Atem schenkt uns Leben. Atem ist mit der Seele verbunden. Man kann ihn fühlen, spüren, hören, beobachten und ihn sehen …

Er ist untrennbar mit dem Klang unserer Stimme verbunden, er trägt Emotionen und Gedanken. Er ist leise, er trägt alles, auch die uns innewohnende, schöpferische Kraft.

Ich nehme über ihn auf und äußere mich über oder mit ihm/gebe etwas weg.

Der Atem ist ein Leitfaden, ein Indikator, Spiegel der Seele für uns selbst. Wir können über ihn lernen zu reflektieren, uns zu erweitern und können Einfluss nehmen auf die Gestaltung unseres Lebens.

Sind wir mit dem Atem in Ruhe, in Balance, ist Stress ausgeschlossen.

Jeder kennt ihn: „… wenn die Nase verstopft ist, wenn man nicht genug Luft bekommt, wenn es schlecht oder gut riecht“. Da gibt die Ausdrücke wie „vor Wut schnauben“, „da stockt mir der Atem“ oder „man hält die Luft an“. Jeder kennt Stellen am Körper wo „der Atem nicht hinkommt.“

Atem ist in der Stille erlebbar, in Bewegung und Tanz, verknüpft auch mit Emotionen und Gedanken.

SängerInnen müssen einen großen Bezug und ein Gespür haben, mit dem Atem zu sein.

Fernöstliche Praktiken weisen einen Weg zu sich selbst, zu Bewusstheit und Lebenskraft, mit dem Atem über die Beobachtung und die Atemkontrolle.

Eine Herausforderung ist es allerdings, ohne den Atem zu kontrollieren doch die „Kontrolle“ des Atems zu haben, um spielerisch Leistungen zu erleben und auch maximale Leistung zu erleben bei geringstem Aufwand.

Der Atem ist eine Möglichkeit, den Anderen zu erreichen. Ihn auch ohne Worte zu erreichen, ihn zu unterstützen oder ihm zu helfen.
Über den Atem kann ich in Kontakt treten zum Anderen, zu Mensch und Tier.

Ein gelernter Therapeut/Behandler kann über seine Hände den Atem begleiten und kann Impulse setzen oder über verschiedenste Massageformen/Cranios, Osteopathie u.ä. Körperregionen wieder mehr beleben, ihm eine Erweiterung von sich selbst anbieten.

Mit der Stimme zusammen ist er Teil eines untrennbaren Duos, in dem Stimme und Atem Partner sind, die sich gegenseitig, in ihren Aufgaben und in ihrer Weise zu sein, tragen.

Gibt es so etwas wie „richtig atmen“?

Ich frage dann auch: “Was ist für Sie/Dich tief einatmen?“ Hier ergeben sich oft schon Unterschiede: Was ist jetzt richtig?

Als Sängerin könnte ich da nur sagen … nichts von beidem und doch ist dies richtig und das auch.

Ganz im Atem sein, ganz in seiner lebendigen Präsenz sein und in der Ruhe, ist eher ein Zustand, der dies oder jenes bewirkt, der sich aus der Qualität des Atems ergibt und ein Ergebnis ist, auch abhängig von dem was wir wollen, was wir geistig hineingegeben haben.

Atem kann den ganzen Körper durchpulsen, durchfließen bis in die kleinste Zelle.

Gerne spreche ich von Durchlässigkeit. So wie ich den Körper in jeder Zelle wahrnehmen kann, sowie ich Schattierungen des Atems und seiner Impulse spüre, so bin ich als Mensch vom Leben durchflossen und bin gesund und stark. Ich fühle mich weit und fließend, in Ruhe und voll Tatkraft, durchpulst von lebendiger Energie.

Der Atem ist meist ein leiser Geselle … und vielleicht bekommt er deswegen oft nicht genug von unserer Zuwendung. Er verdient unsere Würdigung, der Körper dankt es.

Aurora Wolf, Sängerin, Craniosacrale Osteopathin, Bewegungstherapeutin, Heilerin, Bielefeld