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Durch Achtsamkeit Stress vermindern

Wir leben in einer Welt, in der beschäftigt sein einen guten Ruf genießt. Immer geht es darum etwas zu tun, etwas zu schaffen, etwas zu erledigen, etwas zu erreichen. Multitasking wird als Qualität verstanden. Wenn Sie in einem Bewerbungsgespräch die Frage "Wo sehen Sie sich in 5 Jahren" nicht beantworten können, haben Sie schon verloren ...

Als guter Arbeiter oder Angestellter sollen wir vor allem sehr flexibel und belastbar sein und in der zur Verfügung stehenden Zeit möglichst viel schaffen. Alles muss schnell gehen. Ohne es wirklich in Frage zu stellen, akzeptieren wir diese Spielregeln und spielen mit.

Früher oder später kommen viele von uns an Ihre Grenzen, wir werden krank, physisch oder / und psychisch. Stress, chronische Schmerzen, chronische Erschöpfung, Schlafstörungen, Bluthochdruck sind nur einige der immer häufiger auftretenden Krankheitsbilder. Runterfahren, abschalten, zur Ruhe kommen fällt uns schwer. Und selbst wenn wir selbst gar nicht in Bewegung sind, unser Körper still sitzt (aber wer kann das noch?), in unsere Köpfe kehrt keine Ruhe ein. Ständig kreisen die Gedanken, wir können sie einfach nicht abstellen. Verkompliziert wird das Ganze dann auch noch durch unsere Gefühle, die durch unsere Gedanken ausgelöst werden, und auch umgekehrt. Und eh wir uns versehen, haben unsere Gedanken und Gefühle uns mal wieder voll im Griff. Wer kennt das nicht. Wir würden am liebsten "Stopp" sagen, aber so einfach funktioniert das nicht. Möglicherweise fängt der eine / die andere dann noch an, sich selbst für sein / ihr Unvermögen "nicht abschalten zu können", "nicht mit dem Denken aufhören zu können" zu verurteilen. Irgendwann erkennt man, so darf es nicht bleiben. Das ist ein guter Zeitpunkt, um sich für ein achtsamkeitsbasiertes Stressreduktionstraining, oder ein individuelles Achtsamkeitscoaching zu entscheiden. Unter Stressreduktion können wir uns ja vielleicht noch etwas vorstellen, aber was hat das mit Achtsamkeit zu tun? Achtsamkeit ist das entscheidende Element bei der ganzen Sache. Sie ist DER Schlüssel, uns aus dem Hamsterrad zu befreien! Allerdings lässt sich das nur erfahren, nicht verstehen, nicht anlesen.

Was genau bedeutet überhaupt Achtsamkeit?

Achtsam sein bedeutet AUF EINE BESTIMMTE ART AUFMERKSAM ZU SEIN. Wer achtsam ist, nimmt im gegenwärtigen Moment die Dinge bewusst wahr, wie sie sind, OHNE ZU URTEILEN, OHEN ZU BEWERTEN. Dadurch eröffnet sich ein anderer Raum. Wir gewinnen einen anderen, nämlich größeren Blick auf die uns gerade belastende Situation. Wir erkennen, dass wir eigentlich immer alles bewerten. Jeder von uns tut das. Achtsam sein bedeutet: im Jetzt zu bleiben und DEM, WAS IM MOMENT GESCHIEHT IN EINER OFFENEN, NICHT WERTENDEN HALTUNG ZU BEGEGNEN. Dadurch gewinnen wir Abstand vom Problem! Wir werden sozusagen zu einem inneren Beobachter, der eine neutrale Position einnimmt. Je stärker dieser innere Beobachter wird, und er wird stärker, je öfter wir uns in Achtsamkeit üben, umso seltener werden wir von unseren sprunghaften, Stress verursachenden Gedanken und unangenehmen Gefühlen mitgerissen. Somit schenkt gelebte Achtsamkeit mehr Verständnis, Akzeptanz und Selbstannahme und ist der Schlüssel zu innerem Frieden, mehr Ruhe und Gelassenheit. Das Leben wird leichter und erfüllter und wir werden gesünder. Wenn wir, Moment für Moment, achtsamer durch unser Leben gehen, werden uns die Stürme des Lebens nicht mehr so viel anhaben können.

Marita Imkamp, THE WORK Coach, Systemischer Coach, Lüdinghausen