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Achtsamkeit und Ayurveda

Nur mit Achtsamkeit gelingt es uns, einen gesundheitsförderlichen Lebensstil zu entwickeln – das ist das Ziel des Ayurveda ....

Viele kennen Ayurveda nur aus dem Wellness-Bereich (Ölmassagen). Doch Ayurveda ist in Wahrheit ein uraltes und ganzheitliches Gesundheitssystem. Im Ayurveda betrachten wir den Körper eines Menschen als Kutsche, in dem als Fahrgast die Seele sitzt – und vom Geist/Verstand als Kutscher gesteuert wird.

Achtsamkeit ist eine Säule der ayurvedischen Ordnungstherapie, welche immer die anderen Therapieverfahren (Ernährung, manuelle Therapie oder Phytotherapie) begleitet und unterstützt.

Was ist das eigentlich – Ayurveda?

Ayurveda entstand vor ca. 3.000 Jahren in Indien und ist eines der ältesten Medizinsysteme der Welt. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Lebenswissenschaft“.

Ayurvedische Behandlungsmethoden entsprechen heute modernen Standards und werden in Indien an Universitäten unterrichtet. Die Therapieergebnisse halten einer Überprüfung durch wissenschaftliche Forschung stand, weshalb Ayurveda von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) anerkannt ist.

Es gibt eine moderne, europäische Richtung des Ayurveda, die regionale Möglichkeiten und westliche Lebensumstände berücksichtigt.

Ayurveda ist immer ganzheitlich: körperliche, psychische und spirituelle Aspekte beeinflussen die Gesundheit und werden gemeinsam betrachtet.

Ayurveda ist immer individuell: jeder Mensch bringt seine nur für ihn typische Verfassung mit, weshalb es keine Pauschalrezepte und keine Standardtherapien gibt.

Ayurvedische Ordnungstherapie und Achtsamkeit

Im Mittelpunkt der Ordnungstherapie steht die Regelmäßigkeit: gesunde und fördernde Routinen werden erlernt, ungesunde Gewohnheiten und nicht förderliche Lebensweisen abgelegt. Dabei stehen vier Bereiche im Fokus:

1. Der Mensch ist, was er isst – deshalb steht die individuelle Ernährung im Mittelpunkt fast jeder Therapie. Es gibt keine Pauschalratschläge, sondern für den jeweiligen Menschen individuell zuträgliche Ernährung. Im Ayurveda wird nicht nur auf das „was“ geachtet – sondern auch darauf, wann und in welchem Umfeld man isst und darauf, wie das Essen zubereitet wird.

2. Chronobiologie: wann ist die passende Zeit wofür? Der individuelle Biorhythmus und die persönlichen Lebensumstände fordern Beachtung. Regelmäßigkeit tut gut, weshalb der Ayurveda Morgen- und Abendroutinen empfiehlt.

3. Psychohygiene: oft sind es soziale Beziehungen oder Abhängigkeiten (ob privat oder bei der Arbeit), die nicht stimmig sind und einen Menschen krank machen. Im Ayurveda wird die Achtsamkeit auf förderliche Beziehungen gelenkt.

4. Vorbeugen ist besser als nachsorgen: es geht nicht nur um Behandlung von Beschwerden, sondern vor allem darum, Gesundheit zu erhalten.

Und zum Abschluss doch noch etwas Öl ...

Ayurvedische manuelle Behandlungsverfahren und Kräuteröle tun Körper und Geist gut und können so, zum Beispiel bei Stress-Symptomen, den Menschen entspannen, um Achtsamkeit möglich zu machen.

Dr. Eva Reichmann, Bielefeld