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Achtsamkeit und All-eins-sein

Du bist die wichtigste Person in Deinem Leben. Lass Dir diesen Satz noch einmal sanft auf der Zunge zergehen und dann denke darüber nach, wann Du Dich letztes Mal zum Mittelpunkt Deines Lebens gemacht hast ...

Wir hetzen und eilen, wollen es allen und jedem recht machen – vielleicht damit man uns liebt oder anerkennt – und dann bemerken wir uns selbst nicht mehr in diesem Geschehen.

Denken wir an die letzten Monate der Weihnachtszeit zurück: Habe ich für alle Geschenke? Was koche ich an den Feiertagen? Wie ertrage ich den Besuch bei den Schwiegereltern? Kann ich mich vor anderen Verpflichtungen vielleicht elegant "drücken"? – und trotz dieser ganzen Fragen wird funktioniert wie ein Uhrwerk und alles klappt irgendwie und alle sind relativ zufrieden. Spätestens, wenn man irgendwann total geschafft entweder in den Sessel oder ins Bett fällt, fragt man sich kurz: war es eigentlich das, was ich wollte? – und dann freut man sich auf Silvester, feiern mit Freunden, einmal in eine andere Welt eintauchen ... toll – und wieder ist man bei den anderen aber nicht bei sich selbst.

Zuhause läuft der Fernseher. Das ist gut, da fühlt man sich nicht allein. Statt denken zu müssen, wird man beschallt ...

Hast Du schon einmal ohne Musik gearbeitet? Eine wunderbare Meditation ist es, in Stille zu bügeln oder in Ruhe Staub zu saugen. Jetzt huscht vielleicht ein Lächeln über Dein Gesicht und Du denkst: arme Irre.

Nur in Stille mit sich allein, ganz konzentriert auf eine banale Tätigkeit ... und Du triffst Dich selbst. All-eins-sein ... Gedanken kommen und gehen, sie sind wie Wolken ... Es ist wichtig, sich solche Zeiten zu nehmen und all-eins-sein mit sich. Man lernt sich verstehen. Du bist dann mit der wichtigsten Person in Deinem Leben zusammen und hörst ihr zu.

Gerade nach vielen Festtagen mit vielen Menschen – vielleicht auch nach rauschenden Faschingsfeiern – sollte man wieder zu sich kommen.

Manchmal entsteht in dieser Zeit – und das bei vielen Menschen bereits seit fast 2000 Jahren – der Wunsch, sich wieder vollkommen zurückzunehmen und auf sich zu besinnen.

Dafür ist gerade in dieser Zeit die richtige Zeit: Fastenzeit. Eine Zeit der Reinigung von den leckeren Völlereien der vergangenen Tage, um wieder frisch in den nahenden Frühling zu gehen.

Tu Deinem Körper Gutes, damit sich Deine Seele darin wohlfühlt

Gerade die Entbehrung der Nahrung sorgt auch für einen klaren Kopf. Mögen die ersten zwei Tage auch schwerfallen. Danach kommt eine Zeit der großen Freude und des Glücks über den gereinigten Körper und Du wirst sehen, auch Deine Gedanken und Ideen werden leichter und beflügeln Dich, so dass Du auf leichten Schwingen in die klare Frühlingssonne schweben kannst.

Gönne Dir Zeit, sei ganz bei Dir, schaffe Deiner Seele ein wohnliches Zuhause.

Kristina König, HP, Bielefeld