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Mihm, Dorothea / Wege aus dem Schmerz

Immer mehr CD-Produktionen mit "geführten Meditationen" überschwemmen den Esoterik-Markt. Eine grundlegende Diskussion, was mit solchen "geführten Meditationen" erreicht werden kann und wo hier Grenzen liegen, würde den Rahmen dieser Besprechung sprengen. Anscheinend gibt es aber ein Bedürfnis nach solchen CDs und dies ist sicher prinzipiell positiv zu sehen ...

Diese Produktionen sind üblicherweise nach dem gleichen Muster aufgebaut: Eine seichte, "esoterische" Musik plätschert im Hintergrund, während eine Sprecherin/ein Sprecher mit ruhiger Stimme, langsam vorgetragen, den Suchenden in eine entspannte Grundhaltung bringen möchte, um ihn dann weiter "zu führen", zumindest verbal.

So auch bei "Wege aus dem Schmerz". Im Booklet wird das sehr komplexe Thema Schmerz in einem kurzen Erfahrungsbericht etwas allgemein und verschwommen angeschnitten. Dabei sind Sätze wie "Schmerz hat viele Gründe. Physische und psychische" Allgemeinplätze. Die CD beginnt mit der Musik von Martin König, die wie erwartet süßlich vor sich hin plätschert, begleitet von dem wohl unverzichtbaren Vogelgezwitscher und Bachgeriesel. Kein Esoterik-Klischee wird hier ausgelassen. Dorothea Mihm bringt mit angenehmer Stimme den Hörer in Entspannung und verschafft ihm – so der Pressetext – einen Zugang zu seinem Schmerzempfinden, um "ein Loslassen der eigenen Bewertung einer scheinbar ohnmächtig anmutenden Schmerzsituation" zu ermöglichen.

Insgesamt sicher eine ansprechende Produktion und ich würde ebenso wünschen, dass sie ihr Ziel, Schmerzen zu lindern, erreichen möge. Aber eine Kritik sei noch angemerkt: Die CD hat eine Länge von gerade mal 34 Minuten, wovon die letzten Minuten aus Naturgeräuschen bestehen, was ich in Anbetracht einer üblichen CD-Länge von mehr als der doppelten Zeit nicht angemessen finde!

Katja Metz