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Esbjörn-Hargens, Sean & Zimmermann, Michael E.: Integrale Ökologie

Der Integrale Ansatz von Ken Wilber findet, als theoretische Grundlage für die systematische Erfassung der Welt, zunehmend Anwendung in vielen gesellschaftlichen Bereichen, wie Psychologie, Wirtschaft, Medizin, Partnerschaft oder Kunst. Sean Esbjörn-Hargens und Michael E. Zimmermann verbinden den integralen Bezugsrahmen mit Umweltfragen und ökologischem Denken ...

Die zunehmende Komplexität ökologischer Probleme und Herausforderungen benötigt eine übergeordnete, umfassende, interdisziplinäre Sichtweise, um Lösungen für die unter ökonomischen Interessen leidende Natur und den von ihr abhängigen Menschen und Tieren zu finden. Wilbers AQUAL-Modell bietet mit den vier Quadranten vier elementare Perspektiven (subjektiv, intersubjektiv, objektiv, interobjektiv), die nicht aufeinander reduziert werden sollten, da es sonst zu einseitigen Bewertungen kommt, die mehr oder weniger förderliches, engstirniges und gar falsches Handeln nach sich ziehen können. Oder Untätigkeit.

Die Autoren bemerken, dass die inneren, subjektiven und intersubjektiven Aspekte von Phänomenen – ästhetische Erfahrung und kulturelle Werte – "aus dem akademischen Diskurs über die Ökologie fast völlig verschwunden sind.“" Sie sind aber unverzichtbar für die "ganze Wahrheit".

Auch wenn es eine Einführung in die integrale Theorie gibt, sei "Integrale Ökologie" vor allem Leser/-innen empfohlen, die sich bereits mit Wilbers Schriften auseinandergesetzt haben. Und natürlich allen, deren Berufsfeld mit ökologischen Fragestellungen zu tun hat. Wer das sehr präzise und wissenschaftliche Werk "durchforstet", wird mit vielen neuen Erkenntnissen belohnt.

"Integrale Ökologie – Die Vereinigung verschiedener Perspektiven auf die natürliche Welt" von Sean Esbjörn-Hargens und Michael E. Zimmermann, Phänomen Verlag, 542 Seiten.

tg