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Swann, Leonie: Gray

"Er wollte mit Sybil ins Kino und dann vielleicht ein Bier trinken gehen oder einen Gin Tonic. Er wollte in Ruhe in der Bilbliothek sitzen und an seiner Abhandlung arbeiten. Er wollte College Dinner und Diskussionsgruppen. Nichts davon ging mit Papagei ...!"

Dr. Augustus Huff, Dozent an der Universität von Cambridge, schlägt sich mit diversen Neurosen durchs Leben und hat – seit dem dramatischen Tod des Studenten Elliot, eines "kalten Schnösels" und berüchtigten Fassadenkletterers, den er als Tutor betreute – einen Vogel. Ist nun offizieller temporärer Halter und Trainer des afrikanischen Graupapageis Gray, der ihm nicht mehr von der Schulter weicht und fortan Huffs pedantisch geordneten Alltag gehörig auf den Kopf stellt. "Stinker!", "Nimm ne Nuss!", "Total zermatscht!" und "Psychologische Probleme" gehören zu Grays Standardvokabeln, die der gelehrige und vorlaute Vogel mit der Stimme seines Vorbesitzers, dem vom Kirchturm gestürzten Elliot, in den unmöglichsten Situationen zum Besten gibt. Aber auch der Begriff "Mörder" findet sich in seinem Wortschatz, und nicht allein diese Tatsache veranlasst Augustus, den Sherlock Holmes zu spielen. Schon bald sind Dozent und Papagei ein eingeschworenes Team und in luftiger Höhe einem kaltblütigen Mörder auf der Spur ...

Die Autorin der Schafskrimis "Glennkill" und "Garou" macht in diesem witzigen, spannenden und intelligenten Krimi wieder ein Tier zur Hauptfigur – und wird mit "Gray" sicherlich viele Leserinnen und Leser begeistern.

"Gray" von Leonie Swann, Roman, Goldmann Verlag, 415  Seiten, € 20,-.

tg