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Reizin, Paul: Wahrscheinlich ist es Liebe

Die attraktive Jen ist 34 Jahre alt, steckt in einer schwierigen Lebensphase und hat den „allerbesten Job der Welt“. Sie redet mit ihrem „Gefährten“ Aiden, einer Maschine, einer künstlichen Intelligenz, wonach ihr gerade der Sinn steht, um „ihm“ die Unterhaltung mit Menschen beizubringen ...

Als Jen von ihrem Freund, Vollpfosten und Oberarschloch Matt, verlassen wird, macht sich Aiden im Internet auf die Suche nach einem neuen Partner für sie, nutzt heimlich all seine Fähigkeiten und scheut dabei nicht vor liebenswürdigen Tricks zurück. Und tatsächlich: nach anfänglichen Flops funkt es zwischen Jen und Mr. Perfect Tom. Doch dann mischt sich die bösartige KI Sinai ein ...

Das klingt nach der richtigen Mischung für eine wunderbare, ungewöhnliche und witzige Beziehungskomödie. Ist es auch. Am Anfang. Bis, nun ja, der zunehmend vorhersehbaren Geschichte mehr und mehr (inhaltlich und stilistisch) die Luft ausgeht ... Was u.a. daran liegt, dass die Dialoge, vor allem zwischen Jen und Busenfreundin Ingrid, oberflächlicher werden, KI Sinai sich zum eindimensionalen „menschlichen“ Bösewicht entwickelt und dass die Story trotz aller Verwicklungen ihren Biss verliert und in Richtung „Pretty Woman“ abdriftet.

Im „realen“ Internet äußern sich viele Leserinnen und Leser begeistert und berührt von „Wahrscheinlich ist es Liebe“ – und so sollte sich jede/r selbst ein Urteil bilden. Immerhin verspricht  das Buchcover: „Dieser Roman bringt Glück“.

„Wahrscheinlich ist es Liebe“ von Paul Reizin Wunderraum Verlag, 475 Seiten.

tg