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Nousiainen, Mika: Die Wurzel alles Guten

"Die Rolle als Vater kannst du gut, weniger gut oder schlecht ausfüllen. Und wie überall sonst, gibt es auch hier für das Schlechtsein die unterschiedlichsten Varianten. Mein eigener Vater glänzte durch Abwesenheit ..." Auf dem Zahnarztstuhl wird es Gewissheit: Der Zahnarzt Esko Kirnuvaara trägt nicht nur den gleichen Nachnamen wie Pekka, er hat auch eine große Ähnlichkeit – und ihm fehlen ebenfalls die "Fünfer".

Kurz darauf machen sich die beiden ungleichen Halbbrüder auf die Suche nach ihrem Vater. Der kommunikative, geschiedene Werbefachmann Pekka hat im Gegensatz zum humorlosen, steifen Single und Eigenbrötler Esko, der in einer Pflegefamilie groß geworden ist, immerhin einige Erinnerungen an den Vater, der sich aus dem Staub gemacht hat. Die Suche entwickelt sich zur kleinen Weltreise mit Zahnschmerzen, denn der umtriebige Mann hat Pekka und Esko noch drei Halbschwestern in Schweden, Thailand und Australien "hinterlassen", die wie sie nur kurze Bekanntschaft mit dem Vater gemacht haben. Die unverhoffte Familienzusammenführung gelingt (etwas zu) reibungslos, lässt die Protagonisten eng zusammenrücken und Stück für Stück ein konkretes Bild ihres Erzeugers, an dessen Grab die Nachforschungen enden, entstehen: "Für ein Arschloch war er richtig nett".

Die Geschichte des in Finnland geborenen Schriftstellers, TV-Journalisten und Drehbuchautors Miika Nousiainen wirkt leider etwas konstruiert, und die kurz eingeflochtenen Lebensweisheiten und Anmerkungen zu (aktuellen) gesellschaftspolitischen Entwicklungen sind ganz einfach zu plakativ. Trotzdem ist „Die Wurzel alles Guten“ ein Wohlfühlroman, der bis zum Ende spannend und unterhaltsam bleibt.

"Die Wurzel alles Guten" von Miika Nousiainen, Nagel & Kimche Verlag, 255 Seiten.

tg