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Lunde, Maja: Die Geschichte des Wassers

"Je trockener unser eigenes Land wurde, desto häufiger redete sie von den Ländern im Norden, wo es nicht nur ein seltenes Mal im Laufe der kalten Monate regnete, sondern auch im Frühjahr und Sommer. Wo es keine langanhaltende Dürre gab, sondern das Gegenteil, weil der Regen mit schweren Stürmen einherging und zur Plage wurde ..."

"Climate Fiction" verbindet ökologische Themen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Motiven aus der Science-Fiction-Literatur und ist dabei erschreckend realistisch. So auch der neue Roman der Bestseller-Autorin Maja Lunde, die mit "Die Geschichte der Bienen", dem Auftakt ihres „Klima-Quartetts“, für große Aufmerksamkeit sorgte.

Im Mittelpunkt von "Die Geschichte des Wassers" stehen die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels, die sich bereits 2017 deutlich abzeichnen. Die Umweltaktivistin Signe, eine von den "Alten", macht sich mit einem Segelboot auf den gefahrvollen Weg von Norwegen nach Südfrankreich. An Bord Kisten voll mit Blöcken, die man aus Gletschern herausgeschnitten hat, um daraus Eiswürfel für Drinks zu machen, die einem "Scheich in Saudi-Arabien oder Katar serviert werden". Signe ist fest entschlossen, die Blöcke ihrem einstigen Geliebten Magnus, den sie verantwortlich für den Abbau des Eises macht, vor die Füße zu kippen.

Im Jahr 2041 ist der junge Vater David zusammen mit seiner kleinen Tochter Lou auf der Flucht vor der alles versengenden Hitze. Die beiden landen in einem Flüchtlingscamp in der Nähe von Bordeaux. Trinkwasser ist stark rationiert, es gibt kaum etwas zu essen, die hygienischen Verhältnisse sind schlecht und gewalttätige Auseinandersetzungen an der Tagesordnung. Davids Hoffnung, die wasserreichen Länder im Norden Europas zu erreichen, schwindet. Da entdeckt er im Garten eines verlassenen Hauses ein altes Segelboot, Signes Segelboot ...

"Die Geschichte des Wassers" von Maja Lunde, btb Verlag, 480 Seiten.

tg