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Crowley, John: Die Übersetzerin

"Er sprach über Puschkin, wie sie ihn schon vorher sprechen gehört hatte, in seinen Kursen und den Nächten dieses Sommers; er las ausgewählte Zeilen in seiner honigdicken und melodiösen russischen Stimme, und sie fürchtete, ihr Herz müsste zerbersten." 1961. Während der Kuba-Krise lernt die junge Studentin „Kit“ Christa Malone an der Universität Innokenti Issajewitsch Falin kennen ...

Sie ist fasziniert von dem in die USA ausgewiesenen charismatischen Exil-Dichter. Er bittet sie, seine Gedichte ins Englische zu übersetzen. Die Macht der Poesie verwebt das Schicksal der beiden Wort für Wort, Stück für Stück miteinander. Doch ihre sich langsam entwickelnde Liebesbeziehung steht unter keinem guten Stern. Denn Falin, der gefährliche Geheimnisse hütet, wird bedroht. Kit fragt sich, ob er er ein Agent ist? Und wenn ja, auf welcher Seite er steht? Nach ihrer letzten gemeinsamen Nacht verschwindet Falin – ist er ermordet worden, hat er Selbstmord begangen oder sich in seine Heimat abgesetzt? Jahre später erkennt Kit rückblickend, was ihr geblieben ist: "Durch ihn hatte sie eine Möglichkeit zu sprechen wiedererlangt; ein Zuhause in ihrem Herzen; vielleicht sogar eine Welt, um darin zu wohnen, unzerstört."

Eine dichte, melancholische und hervorragend erzählte Geschichte.

"Die Übersetzerin" von John Crowley, Golkonda Verlag, 348 Seiten.

tg

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