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Annas, Max: Die Mauer

"Verrückt, dachte Moses, als er die Straße herunterlief. Erst der Referee und der andere Weiße. Und dann diese Security-Leute. Sie wurden immer mehr. Dabei hatte er nur einen alten Wagen, der nicht mehr fuhr, und brauchte Hilfe ..."

Was für ein Pech. Auto kaputt, Akku vom Telefon leer. Und das am heißesten Tag des Jahres. Der junge Schwarze Moses wollte doch längst bei seiner Freundin Sandi sein. Stattdessen irrt er in einer "Gated Community" herum, dem streng bewachten und durch eine Mauer geschützten und abgegrenzten Wohnbezirk betuchter weißer Südafrikaner. Eigentlich sucht er nur jemanden, der ihm behilflich ist, doch allein aufgrund seiner Hautfarbe ist er hier ein verdächtiger Außenseiter, auf den schon bald eine gnadenlose Jagd beginnt. Man hält Moses für einen Einbrecher, gar für einen Vergewaltiger. Eine kuriose Abfolge von Misstverständnissen, Feindseligkeit, Rassismus, Angst und Hass.

Das Einbrecherpärchen Nozipho und Thembinkosi befindet sich zur selben Zeit am gleichen Ort und macht eine schreckliche Entdeckung. Während "draußen" das Chaos ausbricht, besorgte Bürger, Sicherheitsleute und Polizisten die Nerven verlieren, verstecken sich beide in einem Kleiderschrank und müssen ebenfalls um ihr Leben fürchten.

Die Fronten zwischen Gut und Böse verwischen, und innerhalb weniger Stunden eskaliert die Situation.

Der Thriller von Max Annas ist spannend, schnell, auf den Punkt und sehr, sehr gut geschrieben. Die im Laufe der Geschichte zunehmende Gewalt ist erschütternd.

"Die Mauer" von Max Annas, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 221 Seiten  

tg