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Adler-Olsen, Jussi: Selfies

"Ich verstehe es einfach nicht. Es scheint ja so,
als würden plötzlich alle unsere Fälle zusammen-
hängen." Ärger für das Team vom Sonderdezernat Q – die scheinbar zu niedrige Aufklärungsrate wird von oberster Stelle gerügt. Dabei haben Assad, Gorden und Carl genug Ärger, mehrere Fälle am Hals und ein Fernsehteam im Schlepptau. Ausgerechnet jetzt meldet sich Kollegin Rose krank ...

Das sind die Zutaten im siebten Fall von Vizepolizeikommissar Carl Mørck: Ein Verbrechen in einem Kopenhagener Park, ein durchgeknallter Autofahrer, ein bewaffneter Raubüberfall und der sich rasant verschlechternde psychische Zustand von Rose, die schon bald in großer Gefahr schwebt.

Während Carl und seine Leute ermitteln, ist der Leser meistens einige Schritte voraus, was aber der Spannung keinen Abbruch tut, denn, wie es sich für einen Thriller gehört, laufen alle (Handlungs-)Fäden erst ganz zum Schluss zusammen. Es wird erzählt, wie eine frustrierte Sozialarbeiterin nach der Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung von ihren Schatten aufgefressen wird und jegliche Skrupel verliert. Wie drei junge, orientierungslose Frauen in die Kriminalität abrutschen. Und wie Rose mit dunklen Mächten aus ihrer Vergangenheit kämpft.

"Selfies" zeigen oft nur den äußeren Schein. Im Roman des dänischen Bestsellerautors Jussi Adler-Olsen, der, obwohl leicht zu lesen, keine leichte Kost anbietet, geht der Blick hinter die Fassade und gerät Selbstwahrnehmung in arge Schieflage. Soziale Schwierigkeiten werden zur Triebfeder von krimineller Energie, und seelische Abgründe tun sich schmerzhaft auf.

"Selfies" von Jussi Adler-Olsen, dtv Verlag, 576 Seiten.

tg