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Gibt es außerirdisches Leben? – Oder: Der Knall, das All

Ein Vortrag über den Weltraum kann desillusionierend sein. Wahrscheinlichkeitsrechnung übrigens auch. Beides zusammen erst recht. Gibt es außerirdisches Leben? Wird es zu einem Kontakt kommen ...?

Möchte ich tatsächlich einem Außerirdischen begegnen? Wenn er friedlich ist, warum nicht?! Wenn er unsere Sprache spricht, über außerordentliche Intelligenz verfügt und mir das Geheimnis des Urknalls, das Mysterium der Existenz offenbart, okay!

In den meisten Science-Fiction-Filmen wollen Außerirdische jedoch die Menschheit ausrotten oder unterjochen oder betrachten sie als unterentwickelte Tiere. Sie schleppen auch gern fiese Viren und Bakterien ein. Nicht jeder Außerirdische ist so knuddelig wie E.T.

Warum ich mir darüber beim Frühstück den Kopf zerbreche? Wegen oben erwähnten Vortrags über den Weltraum, den ich jüngst besucht habe. Wegen der ernüchternden Fakten. Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir irgendwann Außerirdischen begegnen, geht knallhart gegen null. Was einerseits beruhigend ist, wegen möglicher Feindseligkeit, Verständigungsproblen, fiesen Viren und Bakterien. Andererseits frustrierend. Wozu noch Ausschau nach Ufos halten? Wozu auf spannende Neuigkeiten vom anderen Stern, bzw. Planeten, hoffen? Beam me up, Scotty! Falls du mich hörst ...

Die gute Nachricht: Wir sind nicht allein. Auch das besagt die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Nur ... die unvorstellbaren Entfernungen, knappen Zeitfenster, etliche Probleme, die aus Größenordungen resultieren, die unser Vorstellungsvermögen übersteigen.

Ich schaue aus dem Fenster zum trüben Morgenhimmel. Über den Wolken mag die Freiheit wohl grenzenlos sein. Weiter oben gibt es nur noch Lichtjahre eiskalten, leeren Raums, in dem gefühllose schwarze Löcher darauf lauern, alles zu verschlingen, was ihnen zu nahe kommt. Machen wir uns nichts vor: Die Erde ist eine winzige Oase mit garantiertem Verfallsdatum. Darauf befindet sich ein klitzekleiner Punkt, der sich beim Frühstück Gedanken über außerirdisches Leben macht. Meine Wenigkeit.

Macht sich ein Außerirdischer gerade die gleichen Gedanken? Wäre das tröstlich? Ich weiß es nicht.

Ich denke, ich werde gleich meditieren und unvorstellbaren Entfernungen, knappen Zeitfenstern, schwarzen Löchern und desillusionierenden Vorträgen ein Schnippchen schlagen. Werde dorthin eintauchen, wo Zeit und Raum und die Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht existieren, wo ich Gott begegne, der Existenz, dem Urgrund oder wie immer wir es auch nennen. Das ist tröstlich. Und vielleicht meditiert irgendwo am Rande des Alls im gleichen Moment ein Außerirdischer, überlistet ebenfalls Zeit und Raum und ...

Wäre so die erste Kontaktaufnahme von Mensch und außerirdem Leben möglich? Meditations-Telepathie-Kontakt? Dazu noch völlig ungefährlich. Sie mögen jetzt denken: Der Typ hat echt ’nen Knall!

Aber einen Versuch ist es allemal wert ...

tg