Zeitenwende / Alternatives Reisen / Valle Cannobina – Das Cannobina-Tal

Valle Cannobina – Das Cannobina-Tal

Wenn früh morgens Nebelschwaden im Valle Cannobia vom Cannobino aufsteigen und die Hänge der umliegenden Berge hinaufschweben, erwacht das Cannobina-Tal langsam aus dem Schlaf ...

Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch den Dunst und irgendwo läutet sanft eine Glocke und erinnert an den Lauf der Zeit.

Cannobinatal
Cannobino
Falmenta
Cannobio

Das lange Wildbachtal liegt in der norditalienischen Provinz Piemont, nah an der Grenze zur Schweiz. Am Taleingang fließt der Torrente Cannobino in den Lago Maggiore. Hier findet Cannobio, einer der schönsten Orte am See, reichlich Platz, um sich in der Ebene auszubreiten. Doch bereits nach Traffiume windet sich die Straße eng, steil und reich an Kurven bis auf über 1000 Meter Höhe, wo das Valle Cannobino endet und auf das Valle Vigezzo trifft.

Der Cannobino entspringt im Nationalpark Val Grande und nimmt bei Finero die Ausmaße eines Flusses an. Steile Felswände säumen die Ufer, hier und dort tun sich atemberaubende Blicke auf,  und einsame Badestellen laden zu einem Abstieg zum kristallklaren Wasser ein. Besonders beliebt und spektakulär ist, kurz hinter Traffiume, die Klamm Orrido di Sant´Anna, mit der gleichnamigen Kirche, die über der Schlucht thront, in der Taucher dem Cannobino auf den Grund gehen.

Die Berglandschaft ist wild und grün und in vielen Teilen unwegsam, kleine Dörfer kleben in Panoramalage am Hang, zwischen Edelkastanien, Buchen und Palmen. In einem Seitental liegt Falmenta. Durch den mittelalterlichen Ortskern führen mit Kieselsteinen gepflasterte, enge Gassen. Falmenta ist bei Urlaubern beliebt und hat sich trotzdem seinen Charme erhalten. Viele Häuser sind behutsam renoviert worden, die Steine kunstvoll aufeinandergeschichtet und die Dächer mit Schindeln aus Granit gedeckt. Der Blick geht hinunter ins Tal, hinauf zum "Hausberg" Monte Zeda (2156m) und hinüber nach Crealla, einem winzigen Örtchen, das noch urtümlicher erscheint.

Orrido di Sant´Anna

Wer in einem der Bergdörfer seinen Urlaub verbringt, profitiert von der Stille und kann direkt vom Ferienhaus oder von der Ferienwohnung aus loswandern. Allerdings sind die Wege steinig und anstrengend, gute Karten ein Muss, und das Wetter sollte im Auge behalten werden – es kann sich schnell ändern. Ideale Reisezeit sind Frühling und Herbst, denn im Hochsommer ist es sehr heiß und die Region um Cannobio extrem überlaufen.

Wenn man ein Auto dabei und sich an die Serpentinen gewöhnt hat, sind Ausflüge in die abwechslungsreiche Umgebung zu empfehlen. Cannobio mit seiner breiten Uferpromenade lädt zum Flanieren ein, und in der Via A. Giovanola und der Via Umberto gibt es viele nette, kleine Läden, u.a. den Bioladen "Il Mio Amico". Wer Lust hat, macht eine Bootstour über den See, z.B. zu den berühmten Borromäischen Inseln. In Trarego-Cheglio-Veggiona öffnen auf dem "Sentiero d`ARTE" Häuser von Künstlern ihre Pforten. Und im schweizerischen Tessin kommen Wanderer so richtig auf ihre Kosten.

tg