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Nationalpark Eifel

"Wildnis" am Stausee – 40 km südlich von Aachen wurde vor zehn Jahren der erste Nationalpark Nordrhein-Westfalens gegründet: der Nationalpark Eifel. Im Nationalpark Eifel soll die Natur auf einer Fläche von etwa 110 km² zu ihrer Ursprünglichkeit zurückfinden ...

Nationalpark Eifel
Urfttalsperre
Nationalpark Eifel Wanderweg
Nationalpark Eifel
Monschau

Er steht in der Kritik von Umweltschützern, wegen Zugeständnissen an Jagd, Kommerz und Tourismus. Der Begriff "Wildnis", mit dem für den Nationalpark geworben wird, ist so auch mehr als Ausblick in die Zukunft zu verstehen. Der Wald besteht teilweise noch aus Fichtenmonokultur, und so müssen nun mehr heimische Laubgehölze heranwachsen und sich selbst überlassen werden. Trotzdem betont der NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) die Bedeutung des Nationalparks, sieht ihn als "Meilenstein für den Naturschutz in Nordrhrein-Westfalen". Denn ein Großschutzgebiet wie dieses sichert das Überleben bedrohter Arten, zu denen die Wildkatze (der "Eifeltiger"), Uhu und Mittelspecht gehören. Aber auch Mauereidechse, Schwarzstorch, Biber und Rothirsch sind hier zu finden, und ab und zu streift der Luchs durch die Wälder, in denen Buche, Eiche, Erle, Linde, Esche oder Ulme langsam die Fichten verdrängen. Wiesen, Heide- und Ginsterflächen, Moore, Bäche und Felsformationen sind weitere Lebensräume, die auch dem Menschen Abwechslung bieten. Wie fast überall finden Wanderer etwas abseits der touristischen Trampelpfade Stille und Besinnung. 240 km gut markierte (Rund- und Themen-)Wanderwege, die z.T. von Radfahrern und Reitern benutzt werden können, stehen zur Verfügung. An Infopunkten und an den fünf Nationalpark-Toren gibt es Tourenkarten. Wer tiefer in den Nationalpark eintauchen möchte, macht sich auf den viertägigen Wildnis-Trail oder nimmt an einer Exkursion mit Rangern oder WaldführerInnen teil. Prägende Besonderheit im Nationalpark sind die Stauseen. Eine Fahrt mit dem Schiff, z.B. ab Rurberg zur Urfttalsperre, und anschließend zu Fuß zurück, ist genau das Richtige für einen gemütlichen Halbttagesausflug. Vegetarier und Veganer werden es übrigens schwer haben, wenn der Abend im Restaurant ausklingen soll – die Gastronomie in den angrenzenden Orten ist vorwiegend auf traditionelle Küche geeicht.

Wenn nach einer Wanderung die Socken qualmen: Der Eiserbachsee in Simmerath-Rurberg ist schön angelegt, aber an sonnigen Wochenenden und Feiertagen recht bel(i)ebt.

Ausflugsziel in der Umgebung: Monschau – durch mittelalterliche Gassen bummeln. Wobei man erwachsenen Menschen begegnet, die die Tuchmacherstadt lieber mit der "Bimmelbahn" erkunden.

tg